IPI äußert Besorgnis über Vorfall in Ljubljana
Ein slowenischer Journalist soll von einem prominenten Geschäftsmann bedroht worden sein, nachdem er investigative Recherchen über dessen Firma durchgeführt hatte. Der Unternehmer Jure Jankovic habe einen Mitarbeiter bei einer Feier hörbar angewiesen, den Wirtschaftsjournalisten Jaka Elikan "umzubringen", geht aus einer einer Aussendung des Internationalen Presse-Instituts (IPI) und der Südosteuropäischen Medienorganisation (SEEMO) vom Montag hervor.
Jure Jankovic ist der Sohn des Bürgermeisters der Hauptstadt Ljubljana (Laibach), Zoran Jankovic, und gehört einer der einflussreichsten und wohlhabendsten Familien Sloweniens an. Bei einer Veranstaltung zur Wiederwahl von Jankovic Senior am 10. Oktober habe er in Gegenwart mehrerer Journalisten auf Elikan gezeigt und einem Mitarbeiter gesagt: "Bring diesen Mann um!" Der Reporter der Wirtschaftstageszeitung "Finance" berichtete der IPI, er sei über den Vorfall "erschüttert" gewesen und habe Jure Jankovic verklagt.
Anthony Mills von IPI forderte die slowenische Polizei auf, die Vorwürfe umgehend zu untersuchen. Sollten Journalisten straflos bedroht werden können, könnte das einen bremsenden Einfluss auf die Bereitschaft von Medienleuten haben, investigative Berichterstattung zu betreiben, gab er zu bedenken. (APA)