Gegen Sexismus in der Werbung: Heinisch-Hosek will gesetzliche Regelung

18. Oktober 2010, 13:10
  • Die Stadt Wien startete im Sommer eine Kampagne gegen Sexismus in der Werbung, hier das Logo dieser Aktion.
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    Die Stadt Wien startete im Sommer eine Kampagne gegen Sexismus in der Werbung, hier das Logo dieser Aktion.

"Sexismus-Beirat" für Werberat gefordert - Preis für "geschlechter-gerechte Werbung" soll kommen - Mit Umfrage

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek macht gegen sexistische Darstellungen in der Werbung mobil. Bei der Eröffnung der "Internationalen Fachtagung Sexismus in der Werbung" plädierte sie für gesetzliche Regelungen zu Sexismus in der Werbung. Als Vorbilder nannte die Ministerin Länder wie Kroatien oder Norwegen, wo bei Verstößen Geldstrafen verhängt werden würden. Außerdem will Heinisch-Hosek einen "Sexismusbeirat" für den Österreichischen Werberat schaffen und einen Preis "für besonders herausragende Leistungen für geschlechter-gerechte Werbung" gemeinsam mit dem Gremium ausloben.

Gesetzliche Regelungen hält Heinisch-Hosek unter anderem deshalb für notwendig, weil es bis auf wenige Ausnahmen - etwa bei pornografischen Darstellungen - keinerlei legistische Vorschriften im punkto sexistischer Werbung gebe. Vorstellbar wäre für die Ministerin jedenfalls eine Regelung im Gleichstellungsgesetz. Gespräche darüber werde sie demnächst beginnen, kündigte sie an.

Wann ist Werbung sexistisch?

Wann ist Werbung eigentlich sexistisch? Hedwig Zinöcker, Geschäftsführerin der Werbeagentur red hot beantwortet die Frage gegenüber etat.at so: "Eine Werbung ist dann als sexistisch anzusehen, wenn eine Betrachterin mit durchschnittlich - im Sinn ausreichend - ausgeprägtem Selbstwertgefühl sich als Frau beleidigt oder herabgesetzt fühlt, ungeachtet dessen, ob sie die Werbung als humorvoll gemeint begreift oder nicht." Traktor-Geschäftsführerin Antonia Trittharts Definition: "Wenn Sex als Thema oder Gedanke übermächtig und völlig kontextfrei eingesetzt wird. Wobei ich es persönlich - wenn es mit dem richtigen Humor geschieht - auch lustig finden kann."

Mündige Konsumenten mit wirkungsvolleren Möglichkeite

Und was halten die Werberinnen von gesetzlichen Verboten wie jetzt von Heinisch-Hosek gefordert? Zinöcker: "Ich persönlich halte nichts davon, dass Politiker sich in diese Diskussion einmischen, um ein Gesetz hierfür zu erlassen. Ich glaube, dass dem mündigen Konsumenten heutzutage weit wirkungsvollere Möglichkeiten offenstehen - untergriffige, beleidigende Kampagnen können extrem schnell im Netz in Foren und Blogs abgestraft werden, wodurch Unternehmen beträchtlicher Schaden widerfahren kann. Agenturen müssen sich heute also sehr gut überlegen, wie viel sie ihrem Kunden an grenzwertigen Kampagnen zumuten können."  Wirklich dumm-sexistische Werbung funktioniere bei einer gewissen Zielgruppe und auch nur für bestimmte Produkte, so Antonia Tritthart. "In den meisten Fällen verhindert sich diese Werbung doch selbst, da es eben wirklich nicht jede Zielgruppe sehen will.

Sex sells?

Werner Beutelmeyer, Geschäftsführer des Linzer Meinungsforschungsinstituts Market, meinte anlässlich der Hirter-Bierwerbung im Sommer, die für Aufregung sorgte: "Sex gehört nun einmal zu den Schlüsselreizen in der Werbung". Zinöcker dazu: "In der gezeigten, abgeschmackten Form sicher nicht, hier trifft 'sex sells' sicher nicht den Konsumenten, unter diesem Schlagwort hat maximal die Agentur ihre Idee verkaufen können. Mich persönlich spricht es gar nicht an, genauso wenig versetzt es mich in Aufruhr. Mitbewerber haben gezeigt wie es gehen kann - gutes Beispiel AXE mit ihrer letzten viralen Kampagne. Genug Humor, um nicht zu beleidigen."

"Sex sells" gelte noch immer, meint Tritthart, "genauso wie Tiere und Babys. Aber es muss zum Produkt passen, zu der emotionalen Welt der Marke. Und am Ende des Tages sind es gar nicht so viele Marken, die sich in dieser Welt bewegen." (red/APA)

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"Eine Werbung ist dann als sexistisch anzusehen, wenn eine Betrachterin mit durchschnittlich - im Sinn ausreichend - ausgeprägtem Selbstwertgefühl sich als Frau beleidigt oder herabgesetzt fühlt..."

das ist so subjektiv, das kann doch keine begriffsdefinition sein, die fuer eine gesetzliche regelung gelten soll.

Noch eine Spielwiese für abgehalfterte Politiker und abgewrackte Werber.

Schwammdrüber.

das peinlich anbiedernde logo der aktion bedient sich bildhaft längst überkommener vorstellungen von ehemals sog. sexismus.

wo soll der kampfemanzipierte bledsinn mithilfe von prohibitiven bildsignalen hinführen?

willkommen beim einbetonieren längst überholter schemata aus der frühesten sexismus steinzeit!

lesen, frau heinisch-hosek, frau frauenberger, lesen.

oder dann gleich ein ganzkörper - kopftuch umhängen und still in den bart reinmurmeln.

wieso wollen die schöne frauen, die einen bikini tragen, verbieten? sollen die etwa wieder wie vor 100 jahren mit voller wäsch ins wasser gehen? ;-)

"wieso wollen die schöne frauen, die einen bikini tragen, verbieten?"

von attraktiven männern in badehosen ganz zu schweigen ...

Sie werden schon wieder unappetitlich...

Ein Reim dazu:

Es kommt ihr oft das Speiben,
sie kann es garnicht leiden.
Heinisch-Hosek hat genug,
vom näckischen Plakatbetrug.

Schön Kurven,
pralle Titten,
blaue Augen,
schlanke Rippen,
prägen unser Werbebild
- weibliches Reklameschild.

Kontextfrei und einfach so,
rekelt sich das Weib,
zeigt bis auf das was heimlich ist,
behnah' den ganzen Leib.

Inzwischen sind selbst nackte Männer
ebenfalls tabu,
dabei sind schöne Typen doch,
für jede Frau der Renner!

(forts. in Reply)

Ich als Mann ich sage euch,
es könnt viel schlimmer sein,
luden sie für's Hirter Bier,
nur fette Typen ein.

Schwarz rot blond mit fettem Wamst
und Pickeln im Gesicht,
stinkig b'soffen, völlig dicht
sexistisch wär' es nicht...!

Realistisch wäre es,
doch wollt ihr's echt so haben?
ich persönlich tu mich doch
am Schönen lieber laben.

Die Frage ist, was woll'n wir seh'n
ist sexy wirklich schlecht?
mein männliches Gehirn das meint
die Hosek hat nicht Recht...

Heinisch-Hosek erregt die Gemüter der Menschen. Vielleicht bräuchte es eine gesetzliche Regelung, um sich vor ihren unanständigen Vorschlägen zu schützen?

@ red hot

Frau Zinöcker sollte sich einmal eingehend mit der englischen (Umgangs-) Sprache beschäftigen und dann entsprechende Rückschlüsse auf Ihren Firmennamen ziehen.

Man bekommt beinahe Mitleid mit den tapferen Kämpferinnen, angesichts

magerer 15% die hier im liberalen derstandard *für* gesetzliche Regelungen stimmen.

Da will eine bedauernswerte Randgruppe mit ihren seltsamen Problemen die ganze Gesellschaft belästigen - und nur eine Minderheit selbst unter den Frauen unterstützt dieses schrullig-verklemmte Ansinnen...

finde ich toll

.. seit jahrzehnten wird die "frau" immer als ausgenutzt um ein objekt zu verkaufen. dieser sexism ist einfach diskriminierend gegen über frauen. schluss damit. her mit den regeln.

Ach Herr Schutt. Jede Frau hat etwa einmal pro Monat ihre Regeln. Noch mehr wäre frauenfeindlich!

Die Frauen bekommen bezahlt dafür...

... was hat das mit Missbrauch zu tun ...

... wer nicht fotographiert werden will, wird nicht dazu gezwungen ...

... Ich bin nicht prinzipiell dagen Werbung zu beschränken - oder sogar komplett zu verbieten - aber eine Diskussion muss mit stimmigen Argumenten geführt werden.... Für mich stimmt das was Sie und Fr. Heinisch-Hosek von sich geben, vorne und hinten nicht zusammen...

Das Stadtbild ist oft schon hässlich genug,

warum will man jetzt ausgerechnet Abbildungen des schönen (und ebenso intelligenten) Geschlechts verbieten?

Schon das Logo zeigt, dass es nicht klar ist, worum es geht,....

Steht das für allgemeines Frauenverbot oder nur für ein Verbot von Frauen in Badekleidung? (nach dem Kopftuch-Verbot... das Bikini-Verbot oder worum gehts?)

... was hat es mit Beleidigen zu tun, wenn z.B. (hübsche) Frauen in sexuell konotierten Positionen beim Biertrinken abgebildet werden?

Man kann sich für ein Verbot derVerwendung von Erotik und Pornografie in der Werbung einsetzen, das hat nur nichts mit Sexismus zu tun...

Wenn jemand durch sexuelle Werbung diskrimminiert (benachteiligt) wird, dann sind das wir Männer... Wir sind es ja, die deshalb zu überhöhten Preisen laues Bier und lahme Autos kaufen...

Wäre es Frauen verboten Ihr Aussehen auch wirtschaftlich zu verwerten, wäre das sexistisch (am Burka Nivau)

ich verstehe nicht wirklich...

warum diederStandard in ihren redaktionellen Artikeln nicht zwischen sexuell und sexistisch differenziert...

Es ist zwischenzeitlich common sense, das Sexismus (im Sinne von Benachteiligung aufgrund des Geschlechtes) abzulehnen ist... Jetzt zu versuchen die Bedeutung des Begriffes zu "in Zusammenhang mit Sexualität stehend" zu wandeln, halte ich für einen bösartigen Missbrauch des Begriffes... Menschen die sich gegen Sexismus einsetzen haben kein Problem mit Sexualität sonder mit Diskrimminierung...

seltsame ansichten einer frustrierten.

Diese Frau wird sicher noch die ganze Welt erneuern!

Geiles Logo!

Die Schnitten auf dem Logo sind echt nicht zu verachten!

ähnlich

fehlen nur noch die kopfhörer in den ohren, dann wärs ein ipod verbot.

Da Neid is a Hund

Vielleicht sollten wir die Kritisier auf ein Plakat drucken dann sind sie gluecklich und lassen den Rest von uns in Ruhe.

Bitte sucht euch wirkliche Probleme und erschafft nicht kuenstlich irgendwelche an den Haaren herbeigezogenen.

hübsche frauen auf werbesujets sind also sexistisch. aha.

Na klar...

also müssen wir sie alle in die Burka stecken...ah nein, ist ja auch sexistisch. Was für ein Dilemma.
Lippenstiftverbot, Nagellackverbot,...was ist als nächstes dran? Sind ja auch alles sexuelle Reize, die hauptsächlich dazu dienen das männliche Geschlecht zu manipulieren.
Jetzt hab ich's..Wir sind Opfer. Männer sind Sklaven ihrer Trieb und Reizwelt. Frauen haben es vor Jahrtausenden schon entdeckt und machen uns seit jeher zu deren Marionetten. Das ist Sexismus!
Ist mir aber völlig wurst...ich sehe gerne knackige Hintern und Brüste. Lippenstift und Nagellack finde ich auch toll. Da lasse ich mich als Mann gerne um den kleinen Finger wickeln. Wer soll in Zukunft z.B. die schweren Dinge tragen wenn Reize verboten sind? Die Damen selbst?

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