Protestwelle in Frankreich

Schule wurde nach Blockade Raub der Flammen

19. Oktober 2010, 23:16

Benzin wird knapp - Zugs- und Flugverkehr massiv gestört

Paris - In Frankreich gehen die Proteste gegen die umstrittene Pensionsreform zwei Tage vor der erwarteten Abstimmung im Senat unvermindert weiter. Viele Menschen zogen auf die Straße, zudem gab es zahlreiche Streiks. Insbesondere im Schienen- und Flugverkehr mussten Reisende am Dienstag wieder mit Ausfällen und Verspätungen rechnen. Die Proteste verursachten "ernsthafte Schwierigkeiten", erklärte die Luftfahrtbehörde auf ihrer Website. Weil das Benzin knapp wird, bildeten sich auch am Dienstag an den Tankstellen wieder Schlangen. Der Sprecher der Sozialisten, Benoit Hamon, nannte die Protestaktionen eine "Kraftprobe".

In der Stadt Le Mans brannte am frühen Vormittag eine Schule ab, die zuvor bereits blockiert worden war. Der Bürgermeister vermutete Brandstiftung. In Nanterre bei Paris kam es am Vormittag erneut zu Ausschreitungen zwischen Jugendlichen und Sicherheitskräften.

Drittel der Flüge gestrichen

Landesweit soll rund ein Drittel aller Flüge gestrichen werden, auf dem Pariser Großflughafen Orly sogar 50 Prozent. Der Flughafen von Bordeaux war am Morgen nach Gewerkschaftsangaben von mehr als 100 Demonstranten blockiert worden. Nach Medienberichten sollen mehr als 2.500 Tankstellen bereits kein Benzin mehr haben. Websites informieren die Autofahrer, wo sie noch tanken können. In Toulouse und Marseille stapelt sich der Müll in den Straßen, weil sich auf die Müllfahrer am Streik beteiligen.

Öl-Frachter auf dem Rhein gestoppt

Demonstranten haben offenbar Öl-Frachtkähne auf dem Rhein in der Nähe von Straßburg gestoppt. Die Streikenden hätten die Schiffe daran gehindert, dringend benötigte Ölprodukte aus benachbarten Ländern nach Frankreich zu importieren, sagten Rohstoffhändler am Dienstag. Wegen der Proteste der Arbeiter im Hafen Fos-Lavera bei Marseille mussten Öl-Raffinerien in Deutschland und der Schweiz bereits ihre Produktion anhalten oder senken. Die Streiks lösten zudem einen Anstieg der Frachtraten um zehn Prozent aus.

An tausenden Tankstellen in Frankreich ging bereits das Benzin aus. Allein der Ölkonzern Total registrierte Engpässe an etwa einem Viertel seiner 4000 Servicestationen in Frankreich. Flughafen-Mitarbeiter, Zugführer, Lehrer und Postboten schlossen sich den seit Tagen anhaltenden Protesten von Raffinerie-Arbeitern an.

Die Streiks und Blockaden richten sich gegen das Vorhaben der Regierung von Präsident Nicolas Sarkozy, das Pensionsalter von 60 auf 62 Jahre anzuheben. Die entscheidende Abstimmung über die Reform soll am Mittwoch im Senat stattfinden. Die Gewerkschaften wollen die Regierung dazu bringen, das Gesetz doch noch fallenzulassen. Sarkozy bezeichnete die Reform als den einzigen Weg, um Frankreichs Pensionssystem zu retten. (APA)

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manfred maier
21
20.10.2010, 17:37
nur die nachhaltige zerschlagung des faschistischen, nicht reformierbaren systems raubtierkapitalismus......

...wird die möglichkeit schaffen, demokratische solidargesellschaften wieder in den vordergrund zu rücken, verhindern, dass weltweit millionen menschen opfer von angriffs- und unterwerfungskriegen werden, verhindern das spekulation an den rohstoffbörsen hungersnöte auslöst, verhindern das billionen in rüstung statt in bildung, kultur und soziales fliessen, verhindern das polit gestützte taliban um nadelsstreif sich weiter an pensionskassen, steuergeldern und ganzen staatshaushalten schamlos bedienen.....
die couragierten proteste in F sind teil eines prozess, welches das moralisch, militärisch und ökonomisch bankrotte und pervertierte system und seine protagonisten in die schranken weisen wird.
stoppt sie, jetzt.

denn ihrer ist das himmelreich
00
20.10.2010, 18:47

"die couragierten proteste in F sind teil eines prozess, welches das moralisch, militärisch und ökonomisch bankrotte und pervertierte system und seine protagonisten in die schranken weisen wird.
stoppt sie, jetzt."

das wird nicht länger nötig sein, denen ist heute die puste ausgegangen ;)

manfred maier
00
21.10.2010, 18:03

ob sie sich zu früh gefreut haben?
oder verfolgen sie seit gestern keine nachrichten mehr?

geopteryx
03
20.10.2010, 10:33
Das Pensionsalter

anzuheben ist überhaupt keine Lösung. Erreicht es eh fast niemand. In KMUs oder Großbetrieben gehört man bereits mit 55 zum alten Eisen und wird gefeuert. 2 Jahre später in Pension gehn zu können, bedeutet also meistens 2 Jahre länger von Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe zu leben. Wo geht die Rechnung auf ?

denn ihrer ist das himmelreich
00
20.10.2010, 18:48
schon mal vom pillen- und abtreibungsknick gehört ?

trestigres
 
21
20.10.2010, 11:10
Im laufenden Jahr wird bei der französischen Rentenkasse mit einem Defizit von 32 Milliarden Euro gerechnet. Geschieht nichts, könnten daraus angesichts der Demoskopie bis zum Jahr 2050 mehr als 110 Miliarden EURO werden. Im Gegensatz zu den

Rentenkassen in Deutschland sind die französischen bereits mit Milliarden im Minus sind. Bis 2020 wird das Defizit Schätzungen zufolge auf 45 Milliarden Euro steigen. Das Mindestalter für den Bezug einer vollen Rente soll in Frankreich bis 2018 schrittweise von 60 auf 62 Jahre angehoben werden. In Deutschland steigt das Alter zum Bezug einer ungekürzten Rente schrittweise, ab 2012, von 65 auf 67 Jahre (!). Die französischen Rentenkassen über Beitragserhöhungen usw.usw. sanieren zu wollen und nicht, die zu tiefen Beitragsjahre in Folge der Demoskopieproblematik und der französischen Sonderregelungen korrigieren zu wollen ist Augenwischerei. Es würde die französische Wirtschaft weiter schwächen und die Konkurrenzfähigkeit weiter schmälern.

trestigres
 
01
20.10.2010, 09:34
Jean-Froncois Roubaud, der Verbandschef der Klein- und Mittelbetriebe klagt über die Auswirkungen der Streiks. Nach der Wirtschaftskrise der vergangenen drei Jahren hätten die KMU keine Kraft mehr, länger den dauernden Arbeitsniederlegungen

standzuhalten. In Frankreich gibts einen ungeheuren Reformstau. Wettbewerbsfähigkeit und Haushaltssolidität sind Voraussetzung um dieses Land wieder wirtschaftlich auf Kurs zu bringen. Die französische Rentendebatte erinnert jedenfalls in vielen Aspekten unangenehm an diejenige in Griechenland. Ohne Reform, das steht fest, sind in zehn Jahren die Rentenkassen leer. Frankreich braucht einen tragfähigen Reformkonsens. Dazu braucht es eine Politelite der man vertraut, Gewerkschaften die nicht in demagogischen Klassenkampfparolen verharren und dem Symbolismus frönen. Strassenschlachten randalierender Jugendlicher lösen keine Probleme. Und Parteien, Gewerkschaften, die solches als politisches Kapital auszuschlachten suchen handeln falsch.

strassxb6768
05
20.10.2010, 07:22
uber streik in frankreich

hallo,
ich wohne in strassburg, und ich verstande warum die auslander haben hangst zu kommen in frankreich
die problemen ist der cgt, der sekretaire vom der cgt
HERR BERNARD THIBAULT, diese mann hat nicht verstanden warum, diese man ist dum.
es gibt vielen problemen vielen tankstellen sind leer.

auch unsere president hat ein katastrophe politik
Nicolas sarkozy muss wechsel sein strategie.

entschuldingung leuten aus osterreich fur diese
problemen

je suis français et j"ai honte de l'image que mon pays donne en autriche

der_kleine_pariser
 
02
20.10.2010, 20:24

Hallo, ich lebe seit Jahren in Frankreich und bin Österreicher.

als solcher bin ich einges von einer Politkerkaste gewohnt, aber was sich die französischen Mächtigen ständig leisten, das passt selbst auf eine österreichische Kuhhaut nicht mehr hinauf! und die sind gross und geduldig.

Hinzu kommt eine Arroganz der Arbeitgeber (und ihrer Vertreter), die für einen Mitteleuropäer nur erschütternd ist, nicht umsonst spricht der Franzose noch immer vom >Patron<. Sozialpartnerschaft, c'est quoi?

Unter solchen Umständen würde die Volksseele in Österreich genauso kochen, bzw hat gekocht, 2003, als Schüssel die Sozialpartnerschaft abschaffen wollte.

Jürgen Rembremerding
21
20.10.2010, 09:35
Bitte entschuldige Dich zuerst für die Sauerei

mit der Marie Antoinette damals!

der_kleine_pariser
 
00
20.10.2010, 23:06

Eifersucht, nichts als eifersucht war's.

Die schönste Französin ihrer zeit eine zug'heiratete!

saronimo
10
20.10.2010, 00:53
Die spinnen,

die Franzosen. Zitat Monaco Franze.

Oststeirischer Normalbürger
95
19.10.2010, 22:33
Warum Proteste und nicht Jubelschreihe der Schüler?

Ich verstehe nicht, warum sich die Schüler aufregen wenn das Pensionsalter angehoben wird. Sie müssten sich ja freuen denn sonst müssen sie später einmal für die jetzigen Schulden aufkommen... Die Jungen Menschen müssten protestieren wenn das Pensionsalter gleich bleiben würde. Ein Rätsel.

der_kleine_pariser
 
00
20.10.2010, 20:25

bei 12% arbeitslosen haben die eben angst, dass sie kan' hack'n kriegen, wenn die alten noch länger buckeln müssen.

Herr und Frau Österreicher
 
01
20.10.2010, 08:29
Ja,

ich fühle mich auch Pudelwohl und glaube, dass alles gut und schön wird, wenn ich täglich über neue Einsparungen lese und dass das Pensionsalter alle 5 Jahre hinaufgesetzt wird...
Wann kann ich in Pension gehen? Mit 80? Was wird erst mit meinen Kindern?
Wo geht der ganze Reichtum hin? Zu mir und meinen Bekannten nicht, wer hat das ganze Vermögen? Was tragen die Vermögenden dazu bei, dass die Krise abgefedert wird?

denn ihrer ist das himmelreich
01
20.10.2010, 18:57

die obersten 10% kommen für 60% des steuereinkommen auf. ich finde das ist mehr als genug, denn zusätzlich dazu bieten sie der bevölkerung arbeitsplätze und investieren, so dass der wirtschaft genug kapital zur verfugung steht um sich weiterzuentwickeln. was tun eigentlich die untersten 20% ausser dem rest auf der tasche zu liegen ?

der_kleine_pariser
 
00
20.10.2010, 20:28

die obersten 10% streifen aber auch 80% des Volkseinkommens ein.

gerade in Frankreich sind soziale Unterschide extrem.

Wâhrend Frankreich bei den durchschnittsverdiensten an 145. Stelle in europa liegt, erlaubt sich die >Elite< (=Politiker, manager und hohe verwaltungsbeamte) die absoluten topgehälter des Kontinents.

mit welcher begründung, bleibt offen, bei dem zustand dieses Landes (12% Arbeitslose)

denn ihrer ist das himmelreich
12
20.10.2010, 21:37
12% arbeitslose

und haben sie schon mal den CV von einer dieser banlieueratten gesehen ?

der sieht ca so aus:
naisence 19/09/1982

formasion:
colege 1996 - 2003
1 semaines formation recherche demploy ANPE 2004

04/04/2004 - 05/04/2004 manutention
17/09/2008 - 19/09/2008 manutention

competence
manutention, permi B, babyfoot

und nein, das ist keine übertreibung und davon gibts hunderttausende ! und schuld daran ist eine völlig durchgeknallte linke die diesen leuten vorgaukelt, dass sie nichts als rechte aber keine pflichten hätten, und dass sie als opfer des systems sowieso chancenlos wären.

der_kleine_pariser
 
00
21.10.2010, 23:10

Dass solch ein Lebenslauf keine Übertreibung ist, weiss ich durchaus. nur, die sind bei den 15% nicht dabei.

denn ihrer ist das himmelreich
11
20.10.2010, 21:25
ich hoffe doch sehr, dass das so bleibt

jetzt wo ich endlich manager in einem grossen konzern bin :)

ps: vor 9 jahren kam ich mit borg matura, einem mikrowellenherd und einem computer im gepäck nach paris und hab mir alles erarbeitet. angefangen hab ich damit, 6h täglich per telefon deutsche zu ihrer zufriedenheit mit der höhe der seitlichen ladetür ihres renault xxx zu befragen und gewohnt hab ich in einem 10m² zimmer durch das mein colocataire musste um ins bad zu kommen. der hat mir dann verraten, dass man kapitalist sein müsse um in paris glücklich sein zu können. und so ist es auch wie ich nach einigem zweifelnden zögern rausfand.

Ivan Bukov
00
20.10.2010, 09:45

Unsere Pensionsgesetze gehen auf Zeiten zurueck die man als Ausnahme ansehen muss. 2 Weltkriege und ein Babyboom sind ja wohl keine Voraussetzung fuer ein Pensionssystem welches im 21en Jhd funktionieren soll!

Herr und Frau Österreicher
 
00
20.10.2010, 11:13

und? Haben sie eine Alternative?

denn ihrer ist das himmelreich
00
20.10.2010, 19:02
davon gibt es genau 2:

1. den kopf in den sand stecken und so tun als wär alles kein problem und das pensionssystem ruinieren so dass in 30 jahren niemand mehr in pension gehen kann.

2. der realität ins auge blicken und ein bisschen länger arbeiten und damit den fortbestand des systems absichern.

die von den sozialisten herbeiphantasierte lösung die renten von hochrisikospekulationen auf unternehmensprofite in 40 jahren abhängig zu machen halte ich nach der bankenkrise für ziemlich ... unsozialistisch.

Ivan Bukov
00
20.10.2010, 13:42

HALLO!!!!???
Die werden ja z.B. in Frankreich und Griechenland niedergestreikt. Denn eine davon, ob sie es moegen oder nicht, ist laenger arbeiten.

Helicopterman
01
20.10.2010, 07:49
Hier

erklären es Ihnen die betroffenen Schüler selbst: http://derstandard.at/128709955... -wir-nicht

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