Palästinensischer Chefunterhändler Erakat: Israel macht durch Siedlungsbau Friedensbemühungen zunichte
New York - Solange die Palästinenser keinen endgültigen Frieden mit
Israel schließen, wird das Land nach den Worten seines UN-Botschafters Meron
Reuben auch den umstrittenen Siedlungsbau nicht stoppen. Der einzige Weg zu
einem Ende des Siedlungsbaus sei ein Friedensschluss, sagte Reuben der
Nachrichtenagentur AFP. Der Botschafter Israels bei den Vereinten Nationen
widersprach internationaler Kritik, wonach der Bau jüdischer Siedlungen im
Westjordanland Gespräche mit den Palästinensern blockiere. Die Siedlungen seien
"kein Hindernis für den Friedensprozess und nichts, was den Friedensprozess
stoppen wird", sagte Reuben in dem am Freitag geführten Interview.
Direkte Friedensgespräche zwischen Israelis und Palästinensern waren Anfang
September in Washington wieder aufgenommen worden. Wegen des Streits um den Bau
jüdischer Siedlungen im Westjordanland und in Ostjerusalem sind die Fronten
allerdings wieder verhärtet. Israel hatte Ende September einen Baustopp für
jüdische Siedlungen auslaufen lassen und damit internationale Kritik ausgelöst.
Der palästinensische Chefunterhändler Sajeb Erakat warf Israel vor, durch den
fortgesetzten Siedlungsbau mache es sämtliche Friedensbemühungen zunichte.
Reuben widersprach dieser Auffassung: Die Palästinenser suchten bloß nach
Vorwänden, um den Verhandlungen "Steine in den Weg zu legen". (APA/AFP)