Die Wut der Vorstadt-Unterschicht

Plus: Das Fekter-Wunder - Schottermizzi tritt demnächst SOS-Mitmensch bei

Die FPÖ verdankt ihr Ergebnis ja im wesentlichen massiven Zugewinnen in Simmering, Favoriten, Floridsdorf und Donaustadt. Das ist dort, wo die einheimischen Deklassierten zu Hause sind, oder die, die sich als Deklassierte fühlen. Das ist dort, wo die SPÖ noch vor zwei Jahrzenten das gesamte Leben organisiert hat, wo den Sozialdemokraten aber irgendwann ihr Milieu davonzuschwimmen begann. Jetzt sagen wieder alle: Man muss "die Sorgen" der Leute ernst nehmen. Aber die Leute haben keine "Sorgen", die Leute haben einen Zorn, eine Wut. Und meist ist es einfach so eine diffuse, atmosphärische Wut, die keine Anlässe braucht. Die Wut darüber, dass "die" sich ja eh nicht für "uns" interessieren. Die sind gewissermaßen fest entschlossen, zornig zu sein. Weil sie abgehängt sind, und weil sie keine Hoffnung mehr haben, dass irgendetwas für sie besser wird. Ihr Ressentiment durch noch rigidere Ausländerpolitik zu legitimieren, ist keine Lösung - und würde an der Quelle dieses Zornes auch überhaupt nichts ändern. Und Wunder geschehen: Jetzt hat sogar die Innenministerin gelernt, dass man die FPÖ nicht bekämpft, indem man ihre Politik kopiert. Wobei ich ja eher glaube, man hat sie zu diesem Lernprozess gezwungen; weil sie offenbar auch in ihrer Partei mit dem Rücken zur Wand steht und jetzt eben eine 180-Grad-Wende macht, um ihren Kopf zu retten. Wenn Sie mich fragen: Ein bisserl lächerlich ist das schon. Frau Fekter sollte einfach den Hut nehmen.

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