Lucy O'Donnell im Himmel mit Diamanten

15. Oktober 2010, 18:29
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Michael Heatleys anekdotenlastige Untersuchungen über "Das Mädchen aus dem Song"

Ich habe einen Song geschrieben und ihn nach Jerrys Freundin benannt." So einfach kann es gehen, zumindest laut Peggy Sue Gerrons, der Besungenen in Buddy Hollys Hit Peggy Sue. Der Sänger war in Eile, als er sie traf, und soll im Vorbeirauschen nur gesagt haben: "Ich habe keine Zeit, um dich abzuschleppen, aber du bist wirklich hübsch." Jerry, der Drummer, hatte offenbar mehr Zeit. Laut Buddy Hollys Witwe bat Jerry aber einfach um Änderung in Peggy Sue. Ursprünglicher Titel: Cindy Lou. Peggy Sue war später übrigens die erste zugelassene Installateurin Kaliforniens. Egal, wessen Version stimmt, unterhaltsam sind die anekdotenlastigen Untersuchungen Michael Heatleys über Das Mädchen aus dem Song allemal. Der Streifzug durch die Popgeschichte lässt von Velvet Undergrounds Femme Fatale (Factory-Queen Edie Sedgwick) über Billy Joels Uptown girl(s) (Models Elle Macpherson, Christie Brinkley) bis zu Mrs. Potter's Lullaby der Counting Crows (Schauspielerin Monica Potter) keinen alten wie neuen Hadern aus, solange er nur weiblich inspiriert ist. Raf-finiert sind natürlich Songs, die auf mehreren Ebenen wirken. Lucy in the sky with diamonds der Beatles klingt zwar nach LSD, John Lennon klaute die Idee aber von seinem Sohn Ju-lian. Der malte ein Bild seiner Kindergarten-Kollegin Lucy O'Donnell im Himmel mit Diamanten. (Alois Pumhösel, ALBUM/DER STANDARD - Printausgabe, 16./17. Oktober 2010)

  • Michael Heatley, "Das Mädchen aus dem Song" , € 15,40 / 247 Seiten. 
Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2010
    foto: schwarzkopf & schwarzkopf

    Michael Heatley, "Das Mädchen aus dem Song" , € 15,40 / 247 Seiten. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2010

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