Umfrage in Österreich

Selbstmedikation bei kleineren Beschwerden

15. Oktober 2010, 10:47
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    foto: apa/patrick lux

    Die überwiegende Mehrheit fühlt sich mündig genug, selbst zu entscheiden, ob sie im Fall des Falles wirklich ärztlichen Rat benötigt.

Große Mehrheit weiß sich bei Kleinigkeiten wie Schnupfen und Erkältungen selbst zu helfen

Selbstmedikation - Österreicher können sich durchaus damit anfreunden
Große Mehrheit weiß sich bei Kleinigkeiten selbst zu helfen

Wien - Das Thema Selbstmedikation ist zuletzt zu einem Zankapfel zwischen Apotheker- und Ärztekammer geworden: Während die Pharmazeuten ein enormes Einsparungspotenzial für die Kassen orten, glaubt man bei den Medizinern, dass man sich durch unerkannte schwere Krankheiten Folgeprobleme erkaufen würde. Was halten die Österreicher davon? Eine große Mehrheit kann sich laut einer Oekonsult-Umfrage (ohne Auftraggeber) - bei geringfügigen Beschwerden - durchaus mit der Selbstmedikation anfreunden.

Dass Ärzte nicht ein langes Medizinstudium absolviert haben, um ihre Zeit mit triefenden Nasen und bellendem Husten zu vergeuden, wird von 81 Prozent der 1.311 Befragten so gesehen. 59 Prozent hegen sogar nicht den leisesten Zweifel, dass Ärzte "ja wirklich Wichtigeres zu tun" hätten. Andererseits beansprucht fast ein Zehntel auch bei Schnupfen Beachtung durch Mediziner.

Mündig genug für Selbstmedikation

Die überwiegende Mehrheit fühlt sich mündig genug, selbst zu entscheiden, ob sie im Fall des Falles wirklich ärztlichen Rat benötigt. 88 Prozent halten es für vertretbar und angebracht, sich etwa im Falle einer Erkältung in Eigenverantwortung Heilendes und Linderndes aus der Apotheke zu besorgen. Lediglich vier Prozent lehnen diese Art von Selbstmedikation als völlig unangebracht ab.

Mehr als 68 Prozent verneinen, von ihrem Arzt auch bei einer vermeintlichen Kleinigkeit gründlich untersucht zu werden. Fast genau so viele glauben logischerweise, dass es wenig Sinn hat, dennoch zum Arzt zu gehen, um dadurch eine eventuell ernsthaftere Krankheit diagnostizieren zu lassen.

Einsarungspotenzial

Das Einsparungspotenzial durch Selbstmedikation wird von den Patienten durchaus gesehen, ebenso aber auch der Nutzen, sollten Mediziner mehr Zeit für Gespräche sowie ernsthafte Anliegen haben - und dadurch auch besser bezahlt werden. Beratungspotenzial bezüglich alternativer Behandlungsmöglichkeiten sehen 90 Prozent in einem Gespräch in der Apotheke. Drei Viertel haben sogar die Erfahrung gemacht, dass ihnen dort bei kleineren Wehwechen mehr Zeit, Aufmerksamkeit, Geduld und Zuwendung geschenkt wird als beim Arzt.

Wenn sich die Mediziner gegen Selbstmedikation aussprechen, nimmt ihnen nur ein Drittel ab, dies aus Sorge um das Patientenwohl zu tun. Zwei Drittel glauben vielmehr, dass es ihnen dabei um die Sicherung ärztlicher Einkommen geht.

Reaktionen

Die Reaktionen auf die Oekonsult-Umfrage fielen durchaus unaufgeregt aus: Der Apothekerverband sieht sich bestärkt, und die Ärztekammer keinen Änderungsbedarf, da die Untersuchung ohnehin die Realität bestätigen würde. Dass sich eine große Mehrheit bei geringfügigen Beschwerden wie Husten oder Schnupfen selbst behandelt, spiegle die gegebene Situation wider, betonte der Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer, Günther Wawrowsky. Er sieht daher in der Selbstmedikation auch keinen Zankapfel. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 42
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Katrin333
00
28.10.2010, 17:49
Altes aufgewärmt?

Ich mein, was ist eigentlich neu daran. Haben wir nicht alle irgendein Schmerzmittel, Fiebermittel, etwas Schleimlösendes und etwas gegen Durchfall zuhause? Die einzigen, die wegen sowas zum Arzt gehen, sind die frischgebackenen Eltern, die noch nicht wissen, dass ihr Baby durchaus einen Schnupfen haben kann, ohne gleich zum Arzt gehen zu müssen und die, die sich aufgrund gesetzlicher Regelungen krankschreiben müssen. Ich mein man kann auch einen grippalen Infekt haben, und sich zuhause ins Bett legen und mit den obenstehenden Mitteln auskurieren ohne zum Arzt gehen zu müssen, aber wenn es das Gesetz so vorsieht, dann muss man halt zum Arzt.

Got Your Noes!
00
21.10.2010, 14:10

kleine schnittwunde, husten, leichtes fieber, rinnende nase, schädelweh, wegen sowas geh ich nicht zum arzt, ja ich bleib wegen sowas nicht daheim. einmal hat man michweil ich gehustet hab vom zivildienst heimgeschickt, abgemeldet, heim, hinlegen,was soll ma sonst auch tun. nie wieder ein wort drüber verloren, und am ende hab ich auch noch einen urlaubstag verloren weil ich von den deppen heimgeschickt worden bin un im regen im november dann nicht die paar stationen zu meiner hausärztin gefahren bin. was lernt man draus: so sinnlos es ist, geh zum arzt und lass dich krankschreiben.

gustav gans42
21
19.10.2010, 18:56
Selbstmedikation und Mündigkeit

Ich finds super, dass hier endlich einmal Tacheles gesprochen wird.
In meiner Kindheit -ein paar Jahrzehnte her- sind alle, ja wirklich alle, die Schnupfen oder Grippe hatten, ausnahmslos gestorben...
Selbstmedikation ist Alles.
Nur keinen Sport betreiben, keine Abwehrkräfte aufbauen, Junkfood, Couchpotatoes, alles kein Problem.
Medikation!

Zitronenbaum
00
19.10.2010, 07:26
Man kann sich das halt nicht aussuchen...

Unlängst hat mir meine Hausärztin geraten, ich solle kein Aspirin gegen Erkältungssymptome nehmen wegen der Gefahr auf massive Leberschädigung (gilt laut ihr bei Leuten in meinem Alter).

Und ganz ehrlich grausts mir, wenn ich die Packungsbeilagen bis zum Schluss lese. Aber ich geh doch lieber zur Ärztin und lass mir von der sagen, was ich nehmen soll, statt selbst rumzupfuschen. Immerhin lese ich keine Fachliteratur der Medizin und weiß daher nicht, welche Medikamente in welcher Kombination schädlich sind. Das hat mit "Mündigkeit" nichts zu tun.

Andreeeas
00
21.10.2010, 20:28

Natürlich hat das nichts mit Mündigkeit zu tun: Man kann nicht auf jedem Gebiet Experte sein, aber man muss die Fähigkeit haben, sich die richtigen Fachmänner zu suchen.

Hefeweizerlbier
11
19.10.2010, 21:30
Gar keine Medikamente nehmen - fertig.

± 2µm
01
19.10.2010, 13:43
Aspirin und Leberschädigung?

Paracetamol (acetaminophen) sind die wahren Leberkiller unter den NSAIDs und nicht Aspirin.

guggi102
00
22.10.2010, 15:32

Erst ab der 4fachen empfohlenen Tagesdosis.

edi piva
12
18.10.2010, 10:33
ich würd deswegen auch nicht

zum doktor gehen, aber wer schreibt mich sonst krank ?

Der Unkurze
32
18.10.2010, 11:32

wegen nem simplen schnupfen oder husten krankschreiben lassen?

edi piva
46
18.10.2010, 12:03
sie haben recht..

.. da geh ich doch lieber arbeiten, steck die kollegen an, fang mir was schlimmeres ein, dann aber mit fieber, geh noch immer hackeln, weil es ja nur 37,8° sind, dann noch eine gschmeidige herzmuskelentzündung dazu und mit abissi pech den löfffel abgeben.
vom arbeitgeber gibts dann sicherlich noch das bronzene verdienstkreuz, hurra.
tut mir leid, aber in 30 dienstjahren hab ich (mindestens) 4 solche fälle erlebt (von der dunkelziffer ganz zu schweigen) und ICH möchte nicht der fünfte sein.

Susanne_B
12
18.10.2010, 16:10

Ein echter Held der Arbeit also.

Gerhard Müller
12
18.10.2010, 07:58
Ich gehe niemals zum Arzt

denn solange ich noch gehen kann, bin ich nicht wirklich krank.

Wenn ich mich wirklich krank fühle, dann lass ich ihn kommen.

Alles andere erledigt mein Körper selbst. A bisserl krank sein ist normal, drei Tage im Bett, und schon ist die Sache erledigt. Funktioniert bestens.

Ach ja, ich benötige keine Krankmeldung um das irgendwem vorzuweisen, falls ich einmal ein paar Tage zu Haus zu bleiben gedenke.

samba cat
111
17.10.2010, 23:04
"Andererseits beansprucht fast ein Zehntel auch bei Schnupfen Beachtung durch Mediziner"

ich auch, aber nicht freiwillig. ich waere sehr wohl in der lage, auch einen heftigeren schnupfen mit ein bissl fieber ohne fremde hilfe auszukurieren. aber da die lieben arbeitgeber oft ab dem ersten tag abwesenheit eine aerztliche beglaubigung der krankheit verlangen, vergeude ich halt seine zeit und unser aller versicherungsbeitraege. wir ham's ja.

witchdoctor
05
17.10.2010, 17:22
Tabuthemen

Tabu ist natürlich die Selbstmedikation bei Depression, wo die Betroffenen wieder und wieder zu Alkohol greifen, oder Schokolade in Unmengen zu sich nehmen. Beides wirkt ein wenig - Alkohol dämpft, dunkle Schokolade hat Einfluss auf den Serotoninhaushalt. Und die MS oder chronischen Schmerzpatienten, die zu Cannabis greifen, seien hier ebensowenig erwähnt.

Zitronenbaum
00
19.10.2010, 07:28

Das Problem dabei ist, dass nicht alle Depressionen gleich sind, ebenso daher auch nicht die Medikamente. Ansonsten kann ich nur zustimmen.

witchdoctor
00
19.10.2010, 07:31

Ich weiss, bin Medizinerin.

meinrad
03
17.10.2010, 11:37

wenn man mit bisserl schnupfen, husten, heiserkeit zum arzt geht, untersucht einen der ja sowieso nicht näher, sondern schreibt einen erst mal einfach für ein paar tage krank...

hinz kunz
03
16.10.2010, 15:19

Lustig ist ja, dass vor ein paar Monaten so eine Studie gross diskutiert wurde, dass die Österreicher wegen irgendwelchen Wehwechen gleich viel zu schnell zum Hausarzt gehen und dessen wertvolle Zeit stehlen und doch eher mehr auf Selbstmedikation setzen sollten ...

Jetzt kommt die Studie raus, dass es eh so ist und jetzt passt das den Ärzten auch wieder nicht ...

Es ist wohl wirklich so, dass man nur der Studie glauben sollte, die man selbst gefälscht hat.

Bambi, die Sau
02
15.10.2010, 22:54

Bei Husten trinke ich Bier...
...bei Grippe und Fieber trinke ich heißen, schwarzen Tee mit Rum.

Brauche hier also weder Arzt noch Apotheker.

Dirty Sanchez
 
02
18.10.2010, 10:59
Nicht zu vergessen:

Brav rauchen, das tötet die Bazillen im Hals ab.
Und ein Obstler hin und wieder wirkt auch wahre Wunder.

Hugh G. Rection
00
18.10.2010, 14:49
Übrigens,

hat ein Dirty Sanchez auch irgendwelche therapeutischen Effekte?

Dirty Sanchez
 
00
19.10.2010, 07:55
Bei Verstopfung

auf jeden Fall.

G. B. Corner
03
16.10.2010, 18:01

Bier ist auch zur Vorbeugung gegen alles mögliche super geeignet!

Hefeweizerlbier
00
19.10.2010, 21:34
Stimmt,

bin nie krank.

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