Israel baut weiter in Ostjerusalem

15. Oktober 2010, 16:43

Bau von mehr als 200 Wohnungen ausgeschrieben - Proteste von Palästinensern

Jerusalem/Ramallah - Israel will ungeachtet internationaler Kritik an seiner Siedlungspolitik den Bau von mehr als 200 neuen Wohnungen in Ostjerusalem ausschreiben. Wie israelische Medien am Freitag berichteten, gab das Bauministerium grünes Licht für 238 Wohnungen. Der palästinensische Verhandlungsführer Saeb Erekat sagte, Israel sei damit verantwortlich für das Scheitern der Friedensgespräche.

Laut einem Bericht des israelischen Radios sollen 238 Wohnungen in den Ostjerusalemer Siedlungen Ramot und Pisgat Zeev entstehen. Der Zeitung "Yedioth Aharonoth" zufolge informierte die israelische Regierung die USA, bevor sie das grüne Licht für die Ausschreibung gab. Die USA hätten zwar protestiert, aber keine "drastischen Maßnahmen" ergriffen, berichtete der israelische Rundfunk am Freitag. Nach diesen Angaben ist es die erste Ausschreibung in Ostjerusalem seit mehr als zehn Monaten.

Es ist außerdem die erste Ausschreibung für neue Wohnungen in jüdischen Siedlungen seit dem Ablauf eines Baustopps am 26. September. Der auf internationalen Druck verhängte Baustopp bezog sich zwar nicht auf Ostjerusalem, Israel hatte aber dennoch Ausschreibungen für dortige Bauprojekte vermieden.

"Politische Geste"

Erekat kritisierte die Ausschreibung scharf. "Wir verurteilen diese Entscheidung und fordern die US-Regierung auf, die israelische Regierung für das Scheitern der Friedensverhandlungen verantwortlich zu machen, weil sie darauf beharrt, jegliche Chance für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen zunichte zu machen", sagte er.

Ähnlich äußerte sich die israelische Bewegung Peace Now (Frieden Jetzt/Shalom Ahshav). "Diese Ankündigung ist eindeutig eine politische Geste, die darauf zielt, die Wiederaufnahme der Friedensgespräche mit den Palästinensern zu behindern", sagte die für Siedlungsfragen zuständige Vertreterin der Organisation, Hagit Ofran.

Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle kritisierte die israelische Entscheidung indirekt. Es bestehe ein gemeinsames "großes Interesse daran, dass der Friedensprozess im Nahen Osten vorangehen kann", sagte er am Freitag in Brüssel. "Deswegen ermutigen wir alle unsere Gesprächspartner im Nahen Osten, auch die Dinge zu unterlassen, die den Gesprächsprozess, den Verhandlungsprozess behindern oder beschädigen könnten."

Der Bau jüdischer Siedlungen in Ostjerusalem und im Westjordanland ist ein zentraler Streitpunkt bei den Friedensgesprächen zwischen Israelis und Palästinensern. Insbesondere die USA fordern eine Verlängerung des Siedlungsstopps im Westjordanland. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte dies am Montag angeboten, wenn die palästinensische Führung im Gegenzug "Israel als Nationalstaat des jüdischen Volks" eindeutig anerkenne. Erekat wies die Forderung zurück.

Ägyptens Außenminister Ahmed Abul Gheit schlug am Freitag vor, im Falle eines Stockens der Nahost-Gespräche könne die Arabische Liga bei den Vereinten Nationen die Anerkennung eines Palästinenserstaates in den Grenzen von 1967 sowie dessen Vollmitgliedschaft in der UNO beantragen. Israel lehnt einen Rückzug auf die Grenzen von 1967 ab.

Mit jeweils mehr als 40.000 Einwohnern gehören Ramot und Pisgat Zeev zu den größten "Vororten" von Jerusalem. Israel hatte das ehemals arabische Land während des Sechstagekrieges von 1967 besetzt und später dem eigenen Staatsgebiet einverleibt. Die Israelis sprechen deshalb von Vororten. Die Palästinenser, aber auch die Europäische Union und die US-Regierung nennen die Gebiete Siedlungen. Israel will beide Stadtteile im Zuge einer künftigen Friedensvereinbarung mit den Palästinensern behalten. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 73
1 2
short cut
00
20.10.2010, 11:32
...nach Mauerabriss

Meine Vermutung vom 17. August scheint sich zu bestaetigen.
http://derstandard.at/plink/128... id17794207

Paradise Lost
00
17.10.2010, 01:19

: Wenn es mit zwei Staaten nicht klappt, könnte man es auch mit einem versuchen. Mit der Einstaatenlösung könnte man fast alle zentralen Konfliktpunkte von der Agenda streichen. Die Pal. ABeh. hält vorläufig an dem bisherigen Lösungsmodell fest, doch gewinnt die alternative Idee an Popularität. Nach jüngsten Umfrageergebnissen glauben jedoch 80 % der Pal. nicht mehr an ein Gelingen der neu aufgenommenen Verhandlungsrunde.)

ferdl90
31
17.10.2010, 00:02

wieso berichtet man überhaupt noch über diesen Konflikt? Seit Jahren täglich die selben Sandkastenstreitereien...
es ist ja wirklich nicht einzusehen dass man sich wegen diesem Stückchen Land nicht einigen kann...
ich kann die ganze Gaza Streifen Nachrichten nicht mehr hören / lesen..
Woanders auf der Welt geht es vielen Menschen unverschuldet viel schlechter...

Tower Hill
03
17.10.2010, 07:26
Weil wegen des kleinen Stückchen Land jederzeit

ein größerer Krieg ausbrechen kann. Der uns in Europa dann mittelbar auch betrifft. Was bei irgendwelchen Konflikten in Afrika oder Asien nicht der Fall ist.

troob
62
18.10.2010, 23:12
"Und weil uns die Konflikte in Afrika oder Asien nicht betreffen..."

@TH

Erstens - und mir persönlich ist es sehr wichtig, das wirklich als Erstes und Wichtigstes anzusehen! - ist diese Betrachtungsweise moralisch m.E. eine ziemliche Bankrotterklärung.

Zweitens ist sie inhaltlich auch noch falsch.

Sie blendet die Problematik der afrikanischen Flüchtlinge in Italien, Spanien, usw. völlig aus.

Sie ignoriert das Problem z.B. der asiatischen Boat People.

Sie ignoriert das Problem von sex slave trafficking.

Sie ignoriert das Problem der Piraterie vor Somalia.

Sie ignoriert auch unter Anderem den Kaschmir-Konflikt und der Instabilität Pakistans, beides hat sehr wohl Auswirkungen auf Europa.

Sie ignoriert den Konflikt in Darfur, der wenigstens mittelbar auch die europäische Politik gegenüber einigen Staaten der Region beeinflußen sollte.

Dieser Konflikt zwischen arabisch-islamistischem Hegemonialanspruch und Israel findet nur aus einem einzigen Grund in diesen Foren so große Interesse: Weil er die Fortschreibung der antisemitischen Agenda der Nazis politisch "vertretbarer" erscheinen lässt - man umbenennt es in "Antizionismus", und siehe da: Alles ist wieder erlaubt. Die antisemitischen Stereotypen werden durch die Identen unter der Formel, man sei ja "bloß" gegen den Zionismus ersetzt, und plötzlich darf man es den Juden so richtig reinsagen. Und hält man den postern den Spiegel vor, beschweren sich die Ärmsten über die "Antisemitismuskeule", wo sie doch nie etwas gegen Juden haben....

Tower Hill
12
19.10.2010, 10:19
Nun, Troob, aus der moralischen Warte heraus gesehen haben Sie natürlich recht.

Allerdings ist dabei zu bedenken, daß "der Westen" weder finanziell noch militärisch in der Lage ist, all die Probleme und Konflikte weltweit zu bereinigen. Deshalb ist es naheliegend, sich auf die wesentlichen und gefährlichsten Punkte zuerst zu konzentrieren. Und hier ist NO wohl die Nummer eins auf der Liste, eine Ausweitung und Internationalisierung des Konflikts hätte nicht nur wirtschaftliche Auswirkungen, sondern wäre wohl auch für die Sicherheitslage prekär.

Bei der Instabilität Pakistans ist eine direkte Bedrohung wohl kaum gegeben. Wobei nicht außer acht gelassen werden soll, daß die Probleme auch durch das westliche Engagement in der Region weiter angefacht wurden.

superloser
42
16.10.2010, 20:56

Während des zehnmonatigen Baustopps haben sich die Palästinenser hartnäckig geweigert, am Verhandlungstisch mit Israel Platz zu nehmen.

tom krishan1
 
52
16.10.2010, 16:58

schon interessant, diese ewig gestrigen meinungsfaschisten

IlanShturman
12
16.10.2010, 20:55
meinten Sie die Mythenfaschisten?

Ten Myths About Israel and the Palestinians
http://humanrights.change.org/blog/view... lestinians

Varitatio delectat
23
16.10.2010, 16:25
. . .

Wer glaubt dass er Frieden haben kann
oder Freiheit
oder Liebe
oder Gerechtigkeit
ohne gegen seine eigene Krankheit
und die seiner Feinde und Freunde ...
zu kämpfen
der ist krank
...
(E. Fried)

Jeanne de Bret
01
16.10.2010, 21:53

gefällt mir sehr :)

und (von) wo ist das rote stricherl bzw. der haken?

Hadessa Orkus
11
16.10.2010, 23:04

das Stricherl war bestimmt von der isr. PR-Abtlg., die sagen prinzipiell auf alles 'Nein Danke !!!'

derFried
 
62
16.10.2010, 14:25
Friedensvertrag mit wem?

mit wem soll Israel eigentlich den Friedensvertrag schliessen ?
Keine Anerkennung
Die Hamas würde weiterhin Raketen auf Israel feuern
Die Hisbollah ebenfalls.
Der Iran unterstütze die hamas und hisbollah mit dem Ziel: Israel von der Bildfläche verschwinden zu lassen.

Wer kennt einen jemals verhandelten Friedensvertrag der Frieden gar nicht zulässt bzw. ermöglicht ??

IlanShturman
16
16.10.2010, 21:15
interessant wäre in erster Linie die Frage,

in welchen Grenzen Israel denn Frieden schliessen wollen würde?
"We officially demand that the US administration and the Israeli government provide a map of the borders of the state of Israel which they want us to recognise..."
http://www.alanhart.net/yes-indee... l-the-map/

NONE
11
16.10.2010, 18:06

Israel braucht keine Entschuldigung da Israel weiterbaut.

coldy
93
16.10.2010, 13:15
Gut so !

Die arabische Panikmache wirkt nicht mehr.
Was an Wohnungen in Jerusalem schlecht sein soll, muss mir einer der hier pragmatisierten Terrorversteher erst erklären ...

Sanitätsgefreiter Faymann
311
16.10.2010, 15:33

Wohnungen sind super - wenn man sie im eigenen Land baut. Sonst bricht man halt das Völkerrecht (ich nehme an, das Wort exsitiert auch auf hebräisch).

Horhej Castilio
29
16.10.2010, 14:29
pragmatisierten Terror Versteher ...?!

sollte man so Verstehen ...Der Wohnungsbau beinhaltet,eine Erweiterung der Okkupation der auf palästinensischen Territorien ausgerichtet ist“

Paolo Callito
 
92
16.10.2010, 15:19
"Palästinenser" gibt es nicht. Es handelt sich um Araber!

@Horhej Castilio
Wir sollten den unkorrekten Begriff "Palästinenser" mit Araber ersetzen.
"Palästinenser" ist eine Propagandabegriff, der nach 1967 von den Arabern eingeführt wurde, um einen falschen Goliath gegen David Kampf vorzutäuschen (der kleine David=Pälästinenser gegen den grossen Goliath=Israel)
Der Schriftsteller Hans F. Krebs kam 1988 zum gleichen Schluss:
"Ein Staat Palästina hat nie existiert; es gibt keine Palästinenser" (siehe Kapitel 4)
http://www.zeitzug.com/index.php... 8&Itemid=8

Sogar der PLO-Führer (!) Zuheir Mohsen erklärte 1977 der höllandischen Zeitung Trouw, dass es keine Palästinenser gibt:
http://www.iwise.com/2i0ZA (Englisch:siehe erster Satz)

Bundesministerium für Jenseitige Angelegenheiten
13
17.10.2010, 12:38
"Österreicher" gibt es nicht. Es handelt sich um Deutsche!

Wir sollten den unkorrekten Begriff "Österreicher" mit Deutsche ersetzen.
"Österreicher" ist eine Propagandabegriff, der nach 1804 von Franz I. eingeführt wurde, um einen falschen Kaisertitel im Goliath gegen David Kampf vorzutäuschen (der kleine David=Österreich gegen den grossen Goliath=Napoleon)

Sogar der FPÖ-Führer (!) Jörg Haider erklärte 1988 dem Inlandsreport, dass es keine Österreicher gibt:
„Das wissen Sie ja so gut wie ich, dass die österreichische Nation eine Missgeburt gewesen ist, eine ideologische Missgeburt.“

Tower Hill
01
17.10.2010, 07:30
Tja, wenn Ihnen Pal. nicht gefällt,

dann ersetzen´s halt pal. Territorien durch arabische Territorien. Immer so ein Theater darum, wie sich ein Volk nennen will, sinnlos.

troob
22
17.10.2010, 21:33
Oh nein, das ist völkerrechtlich durchaus von großer Bedeutung!

@TH

Denn dieses Newspeak ist Teil einer obszönen Geschichtsfälschung, eine Kindesweglegung, die auch hier im Forum immer wieder versucht wird.

Grob gesprochen argumentieren hier immer wieder sehr israelkritische poster, daß es ja "nicht die Palästinenser gewesen seien, die die Kriege gegen Israel geführt hätten."

Dieses Argument wird bewußt dazu benutzt, "die Palästinenser" als hilflose Opfer arabischer Handlungen darzustellen, und das dürfe ihnen doch keinesfalls irgendwie zum Nachteil gereichen. Sie hätten diese Kriege ja gar nicht geführt, das wären andere gewesen...

Diese Strategie wurde von den Arabern gewählt, um ihrer auch völkerrechtlichen Verantwortung irgendwie zu entgehen. Sie wurde meines Wissens für teueres Geld von PR-Agency's in den USA (dem großen Satan! Sic!) entwickelt und gepusht.

Unter Anderem deswegen ist auch diese Leier von der völkerrechtswidrigen Besetzung durch Israel völliger Humbug.

Diese Gebiete sind aus rechtlicher Sicht vollkommen korrekterweise besetzt, immerhin sind von ihnen mehrfach Kriege gegen Israel ausgegangen.

Auch das absurde und verfehlte Argument, es sei völkerrechtlich unzulässig, Territorium durch Krieg zu erwerben, ist Ausdruck einer kompletten Unkenntnis der Sachlage.

Es geht darum, daß durch einen unrechtmäßigen (!) Angriff der Angreifer nicht rechtmäßig Gebiet erwerben kann - sehr wohl kann das aber der angegriffene Staat! Alles andere wäre juristisch widersinnig!

Tower Hill
00
19.10.2010, 06:22
Nächster Versuch:

Die Pal. als Volk sind schon als Völkerrechtssubjekt anerkannt. Und warum auch nicht. Ob man die Isr. aus aller Herren Länder als Volk bezeichnen kann, ist mehr als fraglich. Aber sie sehen sich so. Also sollen sie eines sein.

Sie haben recht, die Besatzung ist völkerrechtlich gesehen korrekt. Illegal sind lediglich die Siedlungen.

Tower Hill
02
18.10.2010, 09:22
Ad: "...nicht rechtmäßig Gebiet erwerben kann..."

In diesem Punkt haben sich die UN eindeutig geäußert in Resolution 242:

"...unter Betonung der Unzulässigkeit des Gebietserwerbs durch Krieg ..."

troob
01
18.10.2010, 21:52
So what?

@TH

Die UN hat juristisch keine Legitimation, neues Rechtsgut zu schaffen - mit einigen wenigen Ausnahmen.

Das ist eine völlige Verkennung der Aufgaben der UN.

Denken sie denn, wenn Fiji, Tuvalu und noch ein paar Staaten in der GA beschließen, die USA seien aufzulösen, und die Bundesstaaten Arizona und New Mexiko gehörten in Zukunft zu Mexiko, das das Rechtsgültigkeit hätte?

Denken sie doch ein wenig nach!

Wenn sie es durchdenken, ist diese idee fixé, daß territoriale Zugewinne durch Krieg nicht völkerrechtskonform seien, völlig absurd.

Diese These bestärkt jeden Aggressor! Der Staat A will ölreiche Teile von Staat B in seinen Besitz bringen, greift an, und gewinnt. Staat B verliert diese Teile seines Territoriums. Hat Staat B eine Chance, diese widerrechtlich eroberten Territorien wieder in seinen Staat einzugliedern? Niemals, weil selbst wenn er Krieg führte, würde Staat A ja ins Treffen führen, daß Krieg kein zulässiges Mittel sei, Territorien zu gewinnen....

Andererseits: Verliert bei diesem Szenario Staat A, und B annektiert nun seinerseits einen Streifen Grenzgebietes, beruft sich Staat A als Angreifer (!) wiederum auf obigen Passus.

Sie sehen, daß diese Auslegung absolut kontraproduktiv ist, und geradezu eine schriftliche Einladung enthält, es doch einmal auf gut Glück zu versuchen - geht es schief, kann A ja nichts passieren, verlorenes Gebiet müsste retourniert werden - eine win-win-Situation für Aggressoren...

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