Tragischer Geburtstag in Sahara

2. Mai 2003, 19:57
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Offizielle Stellen dementieren Lösegeldforderung für Vermisste

Wien/Algier - 25 Jahre alt wurde am Mittwoch Andreas Bleckmann. "Natürlich denkt man da besonders an ihn", kommentiert seine Mutter Monika den Geburtstag ihres Sohnes. Denn sie weiß noch immer nicht, ob ihr Sohn, der seit dem 17. März in Algerien vermisst wird, noch am Leben ist. Berichte, dass eine Schmugglerbande die insgesamt 31 europäischen Touristen entführt hat und ein Millionenlösegeld fordert, wurden von offizieller Seite nicht bestätigt.

Zehn Österreicher sind unter den Verschwundenen, neben dem Sohn vermisst die Salzburgerin Monika Bleckmann auch ihren 60-jährigen Mann Ingo. In einem Brief an den algerischen Staatschef Abdelaziz Bouteflika haben die Angehörigen den Politiker um Auskunft über das Schicksal der Vermissten gebeten, bei einer etwaigen Befreiungsaktion sollte das Leben der Geiseln oberste Priorität haben.

Widersprüchliche Meldungen

Offiziell gibt es jedoch noch immer widersprüchliche Meldungen. Ein hochrangiger algerischer Politiker soll zwar bestätigt haben, dass die Europäer noch am Leben seien und, in Gruppen verteilt, an mehreren bekannten Orten festgehalten werden.

Johannes Eigner, Leiter der Sonderkommission des heimischen Außenministeriums in Algier, weiß dagegen nichts Neues zu berichten. Medienberichte, wonach eine Schmugglerbande die Menschen festhält und mehrere Millionen Dollar Lösegeld gefordert hat, kann Eigner nicht bestätigen. Auch von einer geplanten Befreiungsaktion weiß der Diplomat derzeit nichts. (DER STANDARD, Printausgabe, 2.5.2003,APA, moe)

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