Geiselnahme auf nigerianischen Bohrinseln geht weiter

30. April 2003, 19:17
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Verhandlungen ergebnislos abgebrochen - Briten und Amerikaner unter den seit elf Tagen Festgehaltenen

Lagos - Verhandlungen über ein Ende der seit elf Tagen andauernden Geiselnahme auf vier Bohrinseln vor Nigeria sind am Mittwoch ohne Ergebnis abgebrochen worden. Wie die größte nigerianische Ölgewerkschaft mitteilte, drohten Regierung und Arbeitgeber, die Aktion gewaltsam zu beenden. Streikende nigerianische Arbeiter halten auf den Bohrinseln vor der Küste ihres Landes seit dem 19. April fast 100 ausländische Kollegen fest, darunter 35 Briten und 21 Amerikaner.

Gewerkschaftssprecher Peter Akpatason erklärte, die Ölfirmen hätten die Räumung der Bohrinseln gefordert, wollten den Streikenden jedoch nicht die geforderte Garantie einer Weiterbeschäftigung geben. Die Verhandlungen in Lagos seien nach vier Stunden ergebnislos abgebrochen worden. Die Firma Transocean mit Sitz in Houston, der die Bohrinseln gehören, gab zunächst keine Stellungnahme ab. Gebohrt wird auf den Inseln im Auftrag der Konzerne Royal/Dutch Shell und TotalFina Elf.

Die rund 100 Streikenden protestierten nach Gewerkschaftsangaben gegen eine Entscheidung von Transocean, zum Transport der Beschäftigten auf die 40 Kilometer vor dem Nigerdelta gelegenen Bohrinseln statt Hubschraubern Schiffe einzusetzen. Nigeria ist der einer der weltweit wichtigsten Ölexporteure. Sabotage, Geiselnahmen und Erpressungen sind im Nigerdelta relativ üblich. Die Geiseln werden normalerweise nicht verletzt. (APA/AP)

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