Mutmaßlicher Drahtzieher des Anschlags auf "USS Cole" verhaftet

30. April 2003, 20:43
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Sechs Terrorverdächtige in Pakistan gefasst - Sprengstoff und Waffen sichergestellt

Karachi - Die pakistanische Polizei hat einen mutmaßlichen Drahtzieher des Anschlags auf das US-Kriegsschiff "USS Cole" 2000 im Jemen festgenommen. Walid Muhammad Bin Attish wird auch beschuldigt, an den Anschlägen vom 11. September 2001 beteiligt gewesen zu sein. Fünf weitere Männer mit Verbindungen zum Terrornetzwerk El Kaida seien ebenfalls gefasst worden, teilte das Innenministerium in Karachi am Mittwoch mit.

"Hoffnungsvolle und bedeutsame Festnahme"

Die USA bestätigten die Festnahme Bin Attishs, der auch unter den Namen Taufik bin Attish und Taufik Attish Khallad bekannt ist. Er gehöre zu den zehn meistgesuchten mutmaßlichen El-Kaida-Mitgliedern, hieß es aus Antiterrorkreisen in Washington. Ein Sprecher des Weißen Hauses, Ari Fleischer, erklärte, Präsident George W. Bush sei Pakistan dankbar für eine "hoffnungsvolle und bedeutsame Festnahme". "Das war ein weiterer starker Tag der pakistanischen Kooperation im Krieg gegen Terror", sagte Fleischer.

Weitere Anschläge geplant?

Ein Sprecher des pakistanischen Innenministeriums sprach von einem "großen Fang" und erklärte, Bin Attish habe offenbar weitere Anschläge geplant. Unter den Festgenommenen sei auch auch ein Neffe von Khalid Scheich Mohammed, der als Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001 gilt. Mohammed war im März in Pakistan festgenommen worden.

Der Jemenit Bin Attish war nach Erkenntnissen des US-Geheimdienstes im Jänner 2000 in Malaysia mit zweien der Luftpiraten zusammengetroffen, die am 11. September 2001 ein Flugzeug in das Pentagon lenkten. Zur Zeit der Planung der Anschläge hielt er sich vermutlich in Afghanistan auf und zog später nach Pakistan um. Die sechs Verdächtigen wurden am Dienstag bei zwei Razzien im Süden von Karachi festgenommen.

Bei dem Anschlag auf die "USS Cole" wurden im Oktober 2000 in der jemenitischen Hafenstadt Aden 17 amerikanische Seeleute getötet. (APA/AP)

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