Lage bei Leoben, Bleiberg, Wörgl und LASK nicht dramatisch

30. April 2003, 15:02
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Vereinen fehlen Mittel von 300.000 bis maximal einer Million Euro

Wien - Auch die vier in der ersten Liga von der vorläufigen Lizenzverweigerung des Senats 5 der Fußball-Bundesliga betroffenen Vereine sind wie die Bundesligisten Salzburg und Bregenz optimistisch, nach Berufung beim Protestkomitee bis 12. Mai dann im zweiten Anlauf die Genehmigung für die Saison 2003/04 zu erhalten. "Die Situation ist nicht dramatisch", meinte etwa Heinz Sitter, der Sportliche Leiter von Bad Bleiberg.

Keine Sorgen in Bad Bleiberg

Die Kärntner sind als einer der wenigen österreichischen Vereine laut Sitter zwar komplett "schulden- und kreditfrei", doch der FC Kärnten hat am Montag den Ausbildungsbeitrag, der im Kooperationsvertrag der beiden Klubs vorgesehen ist, plötzlich zurückgezogen. "Dadurch fehlt uns derzeit ein Deckungsbeitrag von 300.000 Euro, aber wir haben mehrere Optionen diese Summe abzudecken", erklärte Sitter. "Wir hoffen aber, dass beim FC Kärnten noch die Vernunft einkehrt und wir den Ausbildungsbetrag erhalten." Doch auch mit einer Umstellung der Klubsstruktur nach dem Vorbild von Wörgl von einem Profi- auf einen Halbprofibetrieb werde Bleiberg die Lizenz im zweiten Anlauf erhalten.

Wörgl zählt auf Land und Sponsoren

Wörgl-Obmann Andreas Widschwenter ist ebenfalls "zuversichtlich", einen erfolgreichen Protest einbringen zu können. 320.000 Euro fehlen den Tirolern im Moment. "Doch wir hoffen, dass uns das Land unterstützt", sagte der Rechtsanwalt und wies auch auf die Fristproblematik in puncto Sponsorenverträgen hin. "In dieser Hinsicht kommt das Lizenzierungsverfahren zu früh, das ist jedes Jahr das gleiche Theater, denn die Sponsorenverträge laufen über ein Jahr und werden in der Regel erst immer am Ende der Saison für das kommende Spieljahr verlängert."

Leoben will bald bei Null beginnen

Auch DSV Leoben wird laut Präsident Hans Linz in der kommenden Saison weiter in der Ersten Liga spielen. "Ich habe schon vor der Saison wiederholt gesagt, dass Leoben ein Sanierungsfall ist, denn wir haben am 1. Juli 2002 über 15 Millionen Schilling Minus gehabt, jetzt sind es noch circa 8,5 Millionen, wovon sieben zu 100 Prozent abgesichert sind. Wir haben also bereits sieben Mio. S abgebaut, wobei unsere Spieler immer ihre Gehälter und Prämien bekommen haben, und sind damit nicht nur sportlich, sondern auch finanziell auf einem sehr guten Weg", wies Linz darauf hin, dass bisher in jedem Quartal der laufenden Saison "ein Plus erwirtschaftet" wurde. "Und ich werde alles daran setzen, dass wir die nächste Saison bei Null beginnen können."

Reichel optimitisch für LASK

Anders stellt sich die Situation beim LASK dar. Wie Präsident Rudolf Matheis mitteilte, wurde dem Linzer Traditionsverein die Lizenz wegen "Unvollständigkeit der Unterlagen" nicht erteilt. Neben fehlenden Haftungserklärungen für rund eine Million Euro habe auch die Klubstruktur durch die Ausgliederung des Profibetriebs, an dem der Verein nur mit 26 Prozent beteiligt ist, den Wirtschaftsprüfern nicht behagt. Doch der für den Profibetrieb verantwortliche Peter-Michael Reichel ist optimistisch, "dass bis zum Ende der Protestfrist alle fehlenden Punkte geklärt und bereinigt werden können, sodass der Gewährung der Lizenz an den LASK Linz nichts im Wege steht".(APA)

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