Deutsche Bank in den roten Zahlen

30. April 2003, 14:00
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Wegen hoher Abschreibungen 219 Millionen Euro Nettoverlust im ersten Quartal - Nach besserem operativen Ergebnis dennoch zuversichtlich

Frankfurt - Trotz roter Zahlen im ersten Quartal sieht sich die Deutsche Bank gut gerüstet für die Zukunft. Nach Steuern wies das größte deutsche Bankhaus wegen hoher Abschreibungen einen Verlust von 219 Mio. Euro aus, im Vorjahr war es noch ein Gewinn von 597 Mio. Euro. Operativ konnte das Institut dagegen deutlich zulegen: Der bereinigte Gewinn vor Steuern stieg um 72 Prozent auf 950 Mio. Euro. Zugleich sanken Risikovorsorge und Personalaufwand. Vorstandschef Josef Ackermann zeigte sich am Mittwoch daher auch zuversichtlich.

Optimismus

"Angesichts unserer nachhaltig gesenkten Kosten und unseres verbesserten Risikoprofils sind wir gut vorbereitet, um von einem Marktumschwung schnell und umfänglich zu profitieren. Für dieses Szenario sehen wir momentan bereits erste ermutigende Anzeichen", schrieb Ackermann im Zwischenbericht. Die Deutsche Bank habe erneut die Ertragsstärke ihres Kerngeschäfts in schwierigem Umfeld bewiesen.

Abschreibungen

Das Institut hatte in der vergangenen Woche bereits angekündigt, dass unter anderem wegen Abschreibungen am angeschlagenen Gerling-Konzern und an den Beteiligungen an Fiat, der ehemaligen Metallgesellschaft mg technologies und der EFG Eurobank ein Verlust in der Größenordnung von 200 Mio. Euro im ersten Quartal anfallen werde.

Bonitätsnote gefährdet

Indes ist die Bonitätsnote der Deutschen Bank nach den heute vorgelegten Quartalszahlen gefährdet. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) bestätigte zwar das "AA-"-Rating des Branchenprimus, doch der Ausblick wurde von "stabil" auf "negativ" heruntergestuft. Die Kennziffern von Ratingagenturen geben Auskunft über die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens. Die Entscheidung reflektiere die andauernde Verwundbarkeit der Deutschen Bank durch die Entwicklung an den Aktienmärkten, erklärte der zuständige Analyst Bernd Ackermann am Mittwoch. (APA/AP/dpa)

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    Nach Abschreibungen in der Verlustzone. Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann blickt dennoch optimistisch in die Zukunft.

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