Voruntersuchungen gegen FC Tirol-Bosse Kerscher und Bruckmüller werden ausgedehnt

23. Oktober 2003, 15:59
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Verdacht des schweren Betruges auf Grund der Causa Swarovski

Innsbruck - Wegen Verdachts des schweren Betruges werden die Voruntersuchungen in der Causa Swarovski gegen die ehemaligen FC-Tirol-Bosse Martin Kerscher und Othmar Bruckmüller nun ausgedehnt. Das hat ein Sprecher des Oberlandesgerichts Innsbruck am Mittwoch der APA bestätigt.

Gründe dafür dürften eine Sachverhaltsdarstellung von Gernot Langes-Swarovski sowie Aussagen der Spieler gewesen sein. Mit dem Beschluss des Oberlandesgerichtes sei einer Beschwerde der Staatsanwaltschaft stattgegeben worden, hieß es. Der zuständige Untersuchungsrichter hatte vorerst die Ausdehnung der Untersuchungen abgelehnt. Wie lange die Ermittlungen dauern werden, sei noch nicht abschätzbar.

Der Industrielle hatte Kerscher und Bruckmüller vorgeworfen, ihm falsche Tatsachen vorgespiegelt zu haben. Über Jahrzehnte war Langes der "größte" Mäzen im Tiroler Spitzenfußball und rettete den FC Tirol mehrmals vor dem finanziellen Aus. Das hatte den Swarovski-Gesellschafter viel Geld gekostet.

Auf Grund der Insolvenz des Fußballklubs hatte die Raiffeisenlandesbank Tirol (RLB) eine Bankgarantie in der Höhe von 25 Millionen Schilling (1,82 Mill. Euro) eingezogen. Der Masseverwalter hatte versucht, die gleiche Summe ein weiteres Mal geltend zu machen. Hintergrund dafür sei der Wechsel der Bankverbindung des FC Tirol von der Tiroler Sparkasse zur RLB Tirol Ende 2001 gewesen. Die RLB hatte im Jänner 2002 Langes jene 25 Millionen Schilling zurücküberwiesen, die er beim Kontowechsel wegen der Bankgarantie an die Sparkasse zahlen musste. Im Gegenzug hatte die RLB eine neue Garantieerklärung als Sicherheit von Langes erhalten, die dann beim Konkurs im Juni 2002 schlagend wurde.

Gegen die beiden früheren FC-Tirol Präsidenten liegen bereits mehrere Strafanzeigen vor. Unter anderem hatten sich die Profifußballer Stefan Marasek, Roland Kirchler, Edi Glieder und Zoran Barisic an die Staatsanwaltschaft gewendet. Die Kicker hatten Bruckmüller zudem vor dem Innsbrucker Arbeitsgericht auf Zahlung ausständiger Gehälter und Prämien geklagt.(APA)

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