Noch keine Panik bei Salzburg und Bregenz

30. April 2003, 13:22
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Im zweiten Anlauf soll es für die Bundesligisten klappen

Salzburg/Bregenz - Der Senat 5 der österreichischen Fußball-Bundesliga hat am Mittwoch den T-Mobile-Bundesliga-Klubs SV Salzburg und SW Bregenz die Lizenz verweigert. In den beiden Festspiel-Städten hielt sich aber die Panik nach den negativen Nachrichten aus der Bundeshauptstadt in Grenzen, denn man ist zuversichtlich, dass es im zweiten Anlauf nach entsprechenden finanziellen Nachbesserungen mit der Lizenzerteilung klappt. Beide Klubs werden bis Ende der Einspruchsfrist am 12. Mai beim Protestkomitee gegen die negative Lizenzentscheidung Berufung einlegen.

Altlasten in Salzburg

Im Lager der Salzburger könnte nun die wirtschaftliche Lage den sportlichen Erfolgsrun (vom Abstiegs- zum Europacup-Kandidaten) urplötzlich stoppen. "Die Überraschung ist mittelgroß. Wir arbeiten auf vielen Ebenen und werden das hinkriegen", versprühte Gernot Blaikner, der Finanzvorstand der Salzburg-Sport-AG, Optimismus. Blaikner gestand aber auch, dass die Entscheidung "in ihrer Schärfe sehr wohl überraschend ist". Die Chancen stehen aber laut Blaikner gut. "Das Budget für die kommende Saison ist größtenteils gedeckt. Wir schleppen aber gewisse Altlasten mit", erklärte Blaikner, der die Lizenzunterlagen erarbeitet hat.

Grill betont Unterschied zu Tirol

Bei Tabellen-Schlusslicht Bregenz kommt zum aktuellen Kampf gegen das Abstiegsgespenst die nächste Negativ-Schlagzeile hinzu. Klub-Präsident Hans Grill ärgerte sich über das Urteil des Senats 5. "Die Bundesliga betont zwar immer wieder, dass sie keinen zweiten Fall Tirol will. Doch bei Tirol beliefen sich die Schulden auf insgesamt 530 Millionen Schilling. Von mir hat sie dagegen eine Bankgarantie von einer Million Euro verlangt. Das ist schon ein großer Unterschied. Außerdem gibt es in Österreich derzeit keinen einzigen Klub, der Gewinne macht", betonte Grill.

Kein Angst in Bregenz

Der Bregenz-Chef machte in erster Linie Altlasten für die Nichterteilung der Lizenz verantwortlich, und nicht den aktuellen Gerichtsprozess wegen mutmaßlicher Steuerhinterziehung, in dessen Zuge es sogar Hausdurchsuchungen gegeben hatte. "Mit der ganzen Prozessgeschichte hat das überhaupt nichts zu tun, sondern damit, dass meine Vorgänger ein Klubheim gebaut haben. Und auf dem sind noch ein paar Hunderttausend Schilling Schulden drauf. Doch für diese Summe haften vier alte Vorstandsmitglieder, und falls diese nicht zahlen können, dann übernimmt die Stadt die Ausfallshaftung. Ich habe die entsprechenden Unterlagen und schriftlichen Bestätigungen von der Stadt bereits erhalten", erklärte Grill. "Deshalb habe ich auch keine Angst wegen der Lizenz. Mehr Sorgen bereiten mir die Punkte, die uns noch fehlen, um den Klassenerhalt zu schaffen!"(APA)

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