Tetra Pak mit Umsatzssteigerung

30. April 2003, 13:27
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Marktumfeld für Verpackungsspezialisten wird härter

Wien - Der weltweite Marktführer bei Kartonverpackungen, Tetra Pak, konnte 2002 in Österreich trotz leicht gesunkener Verpackungsstückzahl seinen Umsatz um 3,5 Prozent auf 67 Mio. Euro erhöhen. Doch "das Marktumfeld wird härter", bestätigt Österreich-Chef Wolfgang Niestroj am Mittwoch. Das Verpackungsvolumen wurde von 655 auf 676 Mio. Liter gesteigert, was in Kombination mit hochwertigeren Verschlüssen wie Schraubverschlüssen zu einer höheren Wertschöpfung geführt habe. "In Zukunft werden wir uns verstärkt auf Produktschutz konzentrieren", so Niestroj, der in diesem Zusammenhang auf die Licht-Undurchlässigkeit des Tetra Paks verwies.

"Gemüse im Karton"

Den derzeitigen Marktanteil von 57 Prozent bei Kartonverpackungen wolle Tetra Pak 2003 noch ausbauen. Der Konzern will seine Aktivitäten zusätzlich auf den Bereich "feste Lebensmittel" ausweiten. Projekte mit Erdnüssen in Kartonverpackungen sind bereits im Laufen. "Gemüse in Kartongebinden statt in der Dose" sieht Niestroj als weitere Expansionsmöglichkeit des Konzerns. Vorteile gegenüber anderen Verpackungen habe die Kartonverpackung besonders bei großen Verpackungsmengen mit 1,5 bzw. 2 Liter Volumen. "Auch Wein im Tetrapak ist im Gespräch."

Angriff auf die PET-Flasche

Obwohl PET-Flaschen stark im Kommen sind, "hat die Kartonverpackung Zukunft", meint Niestroj. Hingegen "harte Zeiten brechen für die Hersteller von Glasflaschen an. Glasverpackungen haben jedoch im medizinischen Bereich Zukunft", so Niestroj. Insgesamt gäbe es für alle Verpackungsformen aussichtsreiche Segmente, auch die Metalldose könne als Verpackungsmittel "sicherlich" bestehen. "Mit dem Schraubverschluss als Waffe planen wir den Gegenangriff auf die PET-Flasche." Derzeit werden 32,1 Prozent der alkoholfreien Getränke in Kartonverpackungen abgefüllt.

Recycling-Quote gesteigert

Zufrieden zeigte sich Tetra Pak auch über die Entwicklung beim Verpackungs-Recycling. In Österreich konnte die Recycling-Quote auf 31 Prozent gesteigert werden. International liegt der Wert bei durchschnittlich 15 Prozent. "Wir möchten weltweit bis 2005 rund 25 Prozent aller Verpackungen wiederverwerten", meint Niestroj. Auf Grund von strengen Umweltauflagen weist Deutschland schon heute eine unangefochten hohe Verwertungs-Quote von 65 Prozent auf.

Weltweit setzte der Verpackungskonzern 2002 bei 58 Milliarden abgefüllten Gebinden 7,5 Mrd. Euro - um 3,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt beschäftigt der Konzern 20.900 Mitarbeiter in 165 Ländern und hatte 2002 bei seinen Kunden 8.440 Maschinen im Einsatz (plus 739). (APA)

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