Keimfreies OP-Besteck

30. April 2003, 13:02
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Neue Sterilisationsmethode setzt auf kaltes Plasma - Raumtemperatur genügt

Norfolk/Virginia - Forscher der Old Dominion University und der University of California/San Diego stellen eine neue Sterilisationsmethode für Operationsbesteck vor. Das entwickelte Tischgerät könnte auch in der Lebensmittelindustrie wie etwa zur Sterilisation von Verpackungen bzw. zur Vernichtung biologischer Kampfstoffe zum Einsatz kommen. Zur Zerstörung der Keime wird so genanntes kaltes Plasma - eine neutrale, gasförmige Mischung aus Elektronen, Ionen und neutralen Teilchen - verwendet, heißt es in dem Bericht "Plasma interaction with microbes", der im Fachmagazin New Journal of Physics veröffentlicht werden soll.

Bei Atmosphärendruck sind die meisten Plasmen sehr heiß und somit schwer kontrollierbar. Mounir Laroussi von der Old Dominion University und seine Kollegen produzierten kaltes Plasma bereits bei Raumtemperatur und Druck durch die Injektion eines Helium-Sauerstoff-Gemisches zwischen zwei Elektroden. Anschließend wurde bei einer Frequenz von 60 Hertz eine Spannung von wenigen Kilovolt angelegt. Nach Angaben der Forscher hat diese Methode den Vorteil, dass sie mit relativ wenig Energie - zwischen 50 und 300 Watt - auskommt und dabei ein großes Plasmavolumen generiert.

Das Team hat in ersten Versuchen Escherichia-coli-Bakterien und einen Verwandten des Milzbranderregers in das Plasma getaucht. Nach zehn Minuten sollen den Angaben der Forscher nach die Keime restlos zerstört worden sein. Kaltes Plasma könnte aber noch widerstandsfähigere Bakterien und Viren abtöten. Im Gegensatz zu anderen Methoden zur Sterilisation der OP-Geräte mit unter anderem giftigen Gasen sei die Plasma-Behandlung ungefährlich, schnell und kostengünstig. (pte)

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