Plaut baut Riesenverlust

30. April 2003, 12:51
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Weitere 100 Mitarbeiter müssen gehen - Konzernverlust stieg 2002 auf fast 34 Millionen Euro

München/Salzburg - Die börsenotierte deutsche Beratungsfirma Plaut hat auch im vergangenen Jahr tiefrote Zahlen geschrieben: Für 2002 weist das Konzernergebnis nach Steuern einen massiven Verlust von 33,9 Mio. Euro aus, nach einem Minus von 25,3 Mio. Euro im Jahr 2001. In einer Ad hoc-Mitteilung vom Mittwoch begründete Plaut den neuerlichen Fehlbetrag mit Sanierungskosten von 7,1 Mio. Euro, außerordentlichen Einmalaufwendungen von 10,4 Mio. Euro sowie Rückstellungen und Vorsorgen für eingestellte Geschäftsfelder in Höhe von 3,2 Mio. Euro. Das Ergebnis pro Aktie wurde mit minus 1,70 (nach minus 1,27) Mio. Euro beziffert.

Der Gruppenumsatz schrumpfte nach endgültigen Zahlen von 281,8 auf 215,8 Mio. Euro. Als Gründe nannte Plaut insbesondere die Trennung von defizitären Geschäftssparten mit rund 11 Mio. Euro Umsatzverlust, negative Wechselkursentwicklungen (vor allem in Brasilien, aber auch in den USA), die Umsatzeinbußen von 2,4 Mio. Euro verursacht hätten, sowie den Abbau von 281 Stellen (davon 176 Berater). Letzteres, so Plaut, habe rund 20 Mio. Euro Umsatz gekostet.

Einschneidende Sanierungsmaßnahmen

Angesichts der schwachen Konjunktur und des steigenden Preisdrucks in fast allen Märkten stand auch das Jahr 2002 für Plaut unter dem Zeichen von einschneidenden Sanierungsmaßnahmen. Im laufenden Jahr sollen die Maßnahmen weitergeführt werden, wie das im österreichischen Salzburg ansässige Unternehmen ankündigte. Unter anderem sollen nochmals 100 Mitarbeiter abgebaut werden. Ende 2002 beschäftigte die in 16 Ländern tätige Berater-Gruppe rund 1.500 Mitarbeiter.

Nach vorläufigen Zahlen bescherte das erste Quartal 2003 - bei einem gegenüber dem Vorquartal deutlich rückläufigen Umsatz von 46,4 (nach 53,8) Mio. Euro - ein positives Betriebsergebnis (Ebit) von 1,6 Mio. Euro, nach minus 4,1 Mio. Euro.

Wie bereits gestern berichtet übernimmt Toon Bouten (45) an Stelle von Erich Lebeiner (61) mit 1. Mai das Amt des Vorstandschefs. Auf Grund der später als geplanten Veröffentlichung der endgültigen Jahresergebnisse 2002 und der jüngsten Änderungen im Management wird die diesjährige in Salzburg stattfindende Hauptversammlung vom 6. auf den 4. Juli 2003 verschoben, teilte Plaut heute weiter mit.(APA)

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