Esser bekommt Schmerzensgeld

30. April 2003, 12:41
posten

Nordrhein-Westfalen muss zahlen: Ex-Mannesmann-Chef bekommt 10.000 Euro wegen Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte zugesprochen

Düsseldorf - Der ehemalige Mannesmann-Chef Klaus Esser hat vor Gericht 10.000 Euro Schmerzensgeld vom Land Nordrhein-Westfalen wegen der Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte erstritten. Andere Forderungen gegen das Land wies die Zivilkammer des Düsseldorfer Landgerichts am Mittwoch zurück. Esser hatte das Land wegen der langen Dauer gegen ihn gerichteter Ermittlungen und auf Grund angeblicher Fehler im Ermittlungsverfahren auf die Zahlung von 100.000 Euro Schadenersatz und Schmerzensgeld in mindestens der gleichen Höhe verklagt.

Umstrittene Abfindungen

Die Staatsanwaltschaft hatte im Februar 2003 nach langen Ermittlungen Anklage gegen Esser und weitere ehemalige Manager von Mannesmann erhoben. Ihnen wird wegen der Zahlung hoher Abfindungen bei der milliardenschweren Übernahme von Mannesmann durch Vodafone besonders schwere Untreue vorgeworfen.

"Amtspflichtwidrig"

Zur Urteilsbegründung hieß es, Mitteilungen und Informationen an die Öffentlichkeit seien von Bediensteten des beklagten Landes Nordrhein-Westfalen "amtspflichtwidrig" erteilt worden. Dadurch sei Esser über zwei Jahre hinweg in seinem allgemeinen Persönlichkeitsrecht verletzt worden. Esser sagte nach dem Urteil: "Es ist ein Sieg für den Rechtsstaat." Esser hatte den Behörden vorgeworfen, eine Pressekampagne gegen ihn mit verursacht zu haben, die zu einer Vorverurteilung in der Öffentlichkeit und einem Ansehensverlust geführt hätten.

Prozess offen

Esser hatte die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft ebenso wie der mit angeklagte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann zurückgewiesen. Das Landgericht muss nun entscheiden, ob es zur Hauptverhandlung kommt. Nimmt das Gericht die Anklage an, könnte es zu einem der größten Wirtschaftsprozesse in der deutschen Geschichte kommen. (APA/Reuters)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Etappensieg für Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser. Das Land Nordrhein-Westfalen muss 10.000 Euro an den Manager überweisen, der wegen umstrittener Abfindungen im Zusammenhang mit dem Mannesmann/Vodafone-Deal ins Gerede gekommen war.

Share if you care.