Gewerkschaft läuft Sturm

30. April 2003, 17:42
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Maßnahmenplan "Phönix" läuft voraussichtlich übernächste Woche an - Betriebsversammlungen gegen Pensionsreform schon kommende Woche geplant

Wien - Nach der Ankündigung der ÖIAG vom Mittwoch, wonach die Mehrheit der Österreichischen Post AG an einen strategischen Partner verkauft werden soll, zeichnen sich heftige Proteste ab. Die Gewerkschaft will lediglich eine eine Minderheitsbeteiligung akzeptieren. Eine mehrheitliche Postprivatisierung lehnte sie am Mittwoch ab. "Die Rahmenbeschlüsse zur Durchführung des Streiks sind da." Wenn "notwendig", werde man Maßnahmen ergreifen, "die bisher noch nicht da waren", hieß es aus der Postgewerkschaft am Mittwoch.

70.000 Mitglieder

An den Protesten sollen sich laut Gewerkschaft jedenfalls alle 70.000 von der Postgewerkschaft vertreten Mitarbeiter beteiligen, als auch Telekom, Postbus und Austro Control. Der "Solidarität der Bevölkerung" ist sich die Gewerkschaft dabei bereits jetzt "sicher". "Welche Maßnahmen wo angewendet werden", will sie aber erst "zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben".

"Nonsens"

Laut Gewerkschaft hat es einen mehrheitlichen Verkauf eines Post-Unternehmens wie der Österreichischen Post AG habe es in Europa bisher nicht gegeben. Der oberste Postgewerkschafter Gerhard Fritz bezeichnete die Argumente der ÖIAG und des Vorstands für einen Verkauf am Freitag wörtlich als "Nonsens". "Vielleicht sei (Post-Generaldirektor Anton, Anm.) Wais einem Angriff durch große ausländische Anbieter hilflos ausgeliefert, für die Post gilt das sicher nicht", meinte Fritz zu den heutigen Aussagen des Post-Chefs. Die Postgewerkschaft sei sich "absolut sicher, dass die Post keinen strategischen Partner braucht".

Maßnahmenplan "Phönix"

In einer Arbeitsgruppe hat die Arbeitnehmervertretung bereits einen Maßnahmenplan mit dem klingenden Namen "Phönix" ausgearbeitet. Sollte der Aufsichtsrat der ÖIAG in seiner nächsten Sitzung am Freitag nächster Woche (9. Mai) die Ausschreibung der Post-Mehrheit beschließen, soll "das Projekt Phönix unmittelbar in der Woche darauf anlaufen", erklärte der oberste Postgewerkschafter Gerhard Fritz.

Erste "gewerkschaftliche Maßnahmen" gegen die Teilprivatisierung sind damit bei der Post in der übernächsten Woche zu erwarten. Von 13. bis 15. Mai ist in der Postgewerkschaft ein Gewerkschaftstag angesetzt, bei dem die weitere Vorgehensweise noch einmal mit allen Delegierten festgesetzt werden soll. An den für nächste Woche angekündigten Protesten des ÖGB bereits nächste Woche will sich die Post mit Betriebsversammlungen beteiligen. Verzögerungen im Postbetrieb schließt die Gewerkschaft schon da nicht aus. (APA)

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    Die Post-Gewerkschaft will einen Mehrheitsverkauf des Unternehmens keinesfalls hinnehmen.

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