"Abfederungen entsprechen ausgeleierten Stoßdämpfern"

30. April 2003, 12:01
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ÖGB-Frauenvorsitzende Csörgits: Kindererziehung immer weniger wert

Wien - "Die von der Regierung großartig angekündigten 'Abfederungen' bei den Frauenpensionen entsprechen bestenfalls ausgeleierten Stoßdämpfern. Die sogenannte Pensionssicherung der Regierung enthält nach wie vor für die Frauen unzumutbare Härten", sagt ÖGB-Frauenvorsitzende und Vizepräsidentin Renate Csörgits. Die ÖGB-Frauen stehen deshalb voll hinter dem Beschluss, Kampfmaßnahmen zur Abwehr des unsozialen Pensionskürzungspakets einzuleiten.

Arbeitslosigkeit

Die vorzeitige Alterspension wegen Arbeitslosigkeit soll nach wie vor schlagartig mit Anfang 2004 abgeschafft werden. "Die Frühpension wegen Arbeitslosigkeit ist eine typische 'Frauenpension', über 80 Prozent der BezieherInnen dieser Pension sind weiblich." Diese Frauen werden in Hinkunft um 3,5 Jahre länger arbeitslos sein - das Altersübergangsgeld, das die Regierung als Ersatz anpreist, ist nur eine befristete Lösung für wenige Jahrgänge.

Kindererziehung

Kindererziehung ist der Regierung nach wie vor wenig wert. In einem Zeitraum von 25 (!) Jahren soll die Bemessungsgrundlage für die Kindererziehung von derzeit 643,54 Euro um 50 Prozent erhöht werden. "Selbst im Endstadium, im Jahr 2028 liegt die Bemessungsgrundlage für die Kindererziehung nach derzeitigem Geldwert damit unter 1.000 Euro", erläutert die ÖGB-Frauenvorsitzende.

Teilzeitarbeit

Besonders hart getroffen werden Frauen nach wie vor durch die Ausweitung des Durchrechnungszeitraums von den besten 15 auf 40 Jahre. Die Deckelung der Verluste aus der Durchrechung fällt mit 2028 völlig weg. Die Verkürzung des Durchrechnungszeitraums pro Kind um drei Jahre ändert nichts daran, dass sich die Teilzeitphasen der Frauen massiv auswirken und zu einer starken Absenkung der Frauenpensionen führen werden. "Für Frauen, die jünger als 40 Jahre sind, und länger Teilzeit gearbeitet haben, werden die Verluste allein aus der Durchrechnung weiterhin um die 30 Prozent und mehr betragen", erklärt Csörgits.

Geringe Erleichterung

Dass die Absenkung des Steigerungsbetrages von 2 auf 1,78 Jahre nunmehr stufenweise in den nächsten drei Jahren erfolgt, bedeutet nur für drei Jahrgänge eine geringfügige Erleichterung. Bei Pensionsantritt ab 2007 beträgt der Verlust allein aus dieser Maßnahme 11 Prozent. Wegen der im Schnitt weit niedrigeren Frauenpensionen "spüren" diese eine derartige Kürzung besonders stark.

Massive Folgen für die Frauen hat das Fehlen einer adäquaten Aufwertung weit zurückliegender Versicherungszeiten. "Häufig haben Frauen in den Arbeitsjahren bevor die Kinder kamen, am besten verdient. Fehlt die Aufwertung dieser Zeiten, ist das eine kalte Enteignung", stellt ÖGB-Frauenvorsitzende Renate Csörgits fest. (red)

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    Csörgits: Kindererziehung auch 2028 noch weniger wert als 1.000 Euro.
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