VSStÖ fordert 350 Euro Bildungsförderung monatlich für alle Studenten

30. April 2003, 11:41
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Statt Familienbeihilfe an die Eltern - Kritik an Novelle zum Studienförderungsgesetz

Wien - Die Einführung einer einkommensunabhängigen Bildungsförderung in Höhe von 350 Euro monatlich fordert der Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) in seinem Konzept zur Reform der Studienförderung, das Dienstag in einer Pressekonferenz präsentiert wurde. Diese Förderung soll während der Durchschnittsstudiendauer bezahlt werden und die an die Eltern ausbezahlte Familienbeihilfe (derzeit 195 Euro) ersetzen. Dazu soll die sozial gestaffelte Studienbeihilfe kommen, deren Höchstsätze und Einkommensgrenzen erhöht werden müssten, so Patrice Fuchs, VSStÖ-Spitzenkandidatin bei den Wahlen zur Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) vom 20. bis 22. Mai.

Der kürzlich vorgestellte "Bericht zur sozialen Lage der Studierenden in Österreich" zeigt nach Ansicht des VSStÖ deutlich, dass etwas zur sozialen Absicherung der Studierenden getan werden müsse. Ziel des neuen Studienförderungs-Konzept des VSStÖ sei eine Verminderung der finanziellen Abhängigkeit von den Eltern und eine erhöhte und realistische Absicherung jedes Studenten.

Finanziert werden soll die Bildungsförderung nach Vorstellungen der Studentenfraktion aus dem Familienlastenausgleichsfonds (FLAF). Durch Umschichtung, etwa eine einkommensabhängige Staffelung der Familienbeihilfe für minderjährige Kinder, sollen Mittel freigespielt werden. Weiters schlägt der VSStÖ ein "Teilzeit-Stipendium" vor, das berufstätigen Studierenden die - entsprechend verminderte - Bildungsförderung länger garantiere.

Kritik übte Fuchs an der derzeit in Begutachtung befindlichen Novelle des Bildungsministeriums zum Studienförderungsgesetz. "Die Novelle ist offenbar unter dem Motto 'Hauptsache, es kost nix' erarbeitet worden", so Fuchs. So finde sich nicht einmal die seit vier Jahren ausständige Inflationsanpassung der Stipendien und der Einkommensgrenzen der Eltern in dem Entwurf.

Unterstützt wird der VSStÖ-Vorschlag von den Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS). Nach den ÖH-Wahlen werde man sich für die Umsetzung des Modells einsetzen, hieß es in einer Aussendung.(APA)

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