USA prüfen Global-Crossing-Angebot nochmals

30. April 2003, 11:24
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45-tägige Untersuchung soll Einstieg von asiatischen Konzernen klären

Der Übernahmekampf um den unter Gläubigerschutz nach Chapter 11 stehenden US-Glasfaser-Carrier Global Crossing zieht sich weiter in die Länge. Die USA haben zur definitiven Klärung, ob das Angebot der beiden asiatischen Konzerne Hutchison Whampoa und Singapore Technologies Telemedia angenommen werden soll, einen eigenen Untersuchungsausschuss eingerichtet. Hintergrund ist die Sorge, dass die nationale Sicherheit der USA durch die Übernahme von ausländischen Investoren gefährdet sein könnte. In der 45-tägigen Untersuchung des Committee on Foreign Investment sollen alle strittigen Punkte noch einmal genau unter die Lupe genommen werden, berichtet das Wall Street Journal (WSJ).

Angebote

Hutchison Whampoa und Singapore Technologies hatten im Sommer des Vorjahres 250 Millionen Dollar für einen 61,5-Prozent-Anteil an Global Crossing geboten. Dieses Angebot hat seitens der Regierung heftige Diskussionen ausgelöst. So wurde angemerkt, dass Global Crossings Netzwerk sensible Daten des Justizministeriums, des Geheimdienstes CIA und der Bundespolizei FBI verarbeite. Global Crossing gilt als einer der größten internationalen wie auch nationalen Carrier. Sowohl Hutchison als auch Singapore Technologies haben bereits Pläne vorgelegt, wobei sie sich bei einer allfälligen Übernahme nicht in das Tagesgeschäft des Carriers einmischen würden.

Vorlage

Nach Ablauf der Untersuchung, dem Komitee gehören unter anderem Vertreter des Verteidigungs-, Justiz- und Wirtschaftsministeriums an, werden die Ergebnisse plus Vorschläge zur weiteren Vorgangsweise Präsident George W. Bush vorgelegt. Dieser hat dann 15 Tage Zeit, um über das Angebot zu entscheiden. Im Februar dieses Jahres hat sich ein US-Interessent in den Kampf um Global Crosing eingeschalten. Der US-Telekomkonzern IDT, der vom ehemaligen republikanischen Gouverneur James Courter geleitet wird, will 255 Millionen Dollar für das insolvente Unternehmen bieten. Mit dem Offert will IDT das bisherige Angebot aus Asien blocken. Es wäre schlecht für die Sicherheit der USA, würde ein Unternehmen wie Global Crossing von ausländischen Konzernen beherrscht, so Courter. (pte)

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