Musikindustrie versuchts mit Einschüchterung

30. April 2003, 14:24
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Die RIAA nutzt integrierte Chat-Funktionen der Tauschclients um UserInnen abzumahnen – Eine Million Messages pro Woche geplant

Wie c’net berichtet beschreitet die Recording Industry Association of America (RIAA), die Vereinigung der Musikindustrie, im Kampf gegen Online-Tauschbörsen neue Wege. Mittels der in den meisten Clients eingebauten Chat-Funktionalität werden UserInnen, die Copyright-geschütztes Material anbieten, auf die Unrechtmäßigkeit ihres Tuns hingewiesen.

Zeigefinger

Die RIAA erhofft sich davon offenbar eine Einschüchterung der BenutzerInnen, mittels der Messages soll den Tauschenden klar gemacht werden, dass sie keinesfalls anonym handeln, sowie dass ihr Handeln rechtliche Konsequenzen haben könnte, so Cary Sherman von der RIAA. Die Auswahl der AdressatInnen und die Versendung der Nachrichten geschieht dabei automatisiert: Ein Programm sucht in den Netzwerken nach mehreren hundert populären Titeln, und schickt eine Nachricht an alle, die einen dieser auf ihrem Rechner anbieten. Die RIAA erwartet, dass pro Woche künftig eine Million solcher Nachrichten verschickt werden.

Konsequenzen

Vorerst seien aber keine rechtlichen Schritte geplant, zwar werden Logfiles über die Versendung der Nachrichten angelegt, diese sollen aber fürs Erste nicht zur Grundlage von Verfahren gegen einzelne BenutzerInnen werden. Unklar bleibt allerdings, inwiefern sich die RIAA mit ihrer Aktion selbst im rechtlichen Rahmen bewegt, könnten diese Nachrichten doch auch als SPAM-Attacke gewertet werden.

Erfolglos

Die Suche nach neuen Methoden ist wohl auch eine Konsequenz aus der zunehmenden Erfolglosigkeit der Musikindustrie, dem Online-Tausch auf dem rechtlichen Weg beizukommen, erst vor wenigen Tagen hatte die RIAA ein Verfahren gegen die Tauschbörsen-Anbieter Morpheus und Grokster verloren (der Webstandard berichtete). (red)

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