Keine Reisewarnung für Toronto

30. April 2003, 09:51
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Die WHO hat auf grund der durchgeführten Maßnahmen gegen die Ausbreitung von SARS die Warnung vor Reisen nach Toronto aufgehoben

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hebt heute, Mittwoch, die SARS-bedingte Reisewarnung für Toronto auf. Die Organisation sei mit den durchgeführten Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Erregers zufrieden. Kanada hatte auf die Empfehlung der WHO vergangene Woche, nicht in die größte Stadt Kanadas zu reisen, heftig protestiert. Die kanadischen Behörden werden nun Screening-Maßnahmen an den Flughäfen implementieren. Insgesamt sind in Kanada nach Angaben der WHO 20 Personen an SARS gestorben.

Die Generaldirektorin der WHO Gro Harlem Brundtland begründet die Aufhebung damit, dass in Kanada die Zahl möglicher SARS-Fälle gesunken ist, es seit drei Wochen keine neuen Fälle mehr gab und die Krankheit nicht aus dem Land hinausgetragen wurde. Weiterhin rät die WHO vor nicht unbedingt notwendigen Reisen nach Hongkong, Peking und die chinesischen Provinzen Guangdong und Shanxi ab. Die Regierung Chinas hat inzwischen zugegeben, dass SARS eine lange dauernde Epidemie darstellen wird. Der Bürgermeister von Peking Wang Qishan, der den entlassenen Bürgermeister Meng Xuenong ersetzt hat, stuft die Lage in der Stadt als "ernst" ein. Man sei auf den Ansturm der Patienten schlecht vorbereitet, berichtet die BBC. Es bestehe Bettenknappheit, was eine rechtzeitige und umfassende Isolierung der neuen SARS-Patienten verhindere. Außerdem fehle es an medizinischem Personal, das auf die Atemwegserkrankungen spezialisiert sei. Auch die WHO sieht das marode Gesundheitssystem als Problem an. Dieses sei völlig unterfinanziert und daher nicht in der Lage, eine solche Epidemie zu verkraften.

Peking hat die höchste Zahl der SARS-Patienten in China. Gestern hat die Hauptstadt einen Sprung neuer Erkrankungen innerhalb eines Tages um 152 auf 1.347 Fälle verzeichnet. Die Zahl der Todesfälle ist in der Stadt inzwischen auf 66 gestiegen.(pte/red)

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