US-Soldaten schießen erneut auf Demonstranten

30. April 2003, 21:20
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Krankenhaus: Drei Todesopfer in Falluja

Falluja/Basra - US-Soldaten haben am Mittwoch in der irakischen Stadt Falluja westlich von Bagdad erneut in eine Menge geschossen und dabei drei Personen getötet, wie aus Krankenhauskreisen verlautete. Zum zweiten Mal innerhalb von 48 Stunden haben US-Soldaten auf Demonstranten geschossen.

Die etwa 1.000 Demonstranten protestierten gegen den Zwischenfall vom Montagabend, bei dem nach Behördenangaben vor einer Schule 13 Demonstranten von US-Soldaten getötet und 75 verletzt wurden. Die US-Soldaten eröffneten nach eigenen Angaben bei diesem Zwischenfall das Feuer, nachdem sie aus der aufgebrachten Menschenmenge heraus beschossen wurden.

Diesmal zogen die Demonstranten in der 50 Kilometer westlich von Bagdad gelegenen Stadt vor das Hauptquartier der US-Truppen. Die Soldaten eröffneten das Feuer, nachdem aus der Menge Steine und Schuhe auf sie geworfen wurden. Militärsprecher Jeff Wilbur sagte, es werde ermittelt, ob aus der Menge auch Schüsse abgefeuert worden seien. Augenzeugen sagten, sie hätten keine Schüsse aus der Menge gesehen oder gehört.

Russland: Schüsse auf Zivilbevölkerung vermeiden

Russland hat die alliierten Streitkräfte im Irak am Mittwoch aufgerufen, künftig Schüsse auf die Zivilbevölkerung mit allen Mitteln zu vermeiden. Dem Völkerrecht zufolge seien die Alliierten verpflichtet, für die Sicherheit der Iraker zu sorgen, sagte ein Sprecher des Moskauer Außenministeriums, Alexander Jakowenko, am Mittwoch. Er äußerte schwere Besorgnis über den Zwischenfall in der irakischen Kleinstadt Falludschah nahe Bagdad, bei dem US-Soldaten am Montagabend 13 Demonstranten erschossen und 75 verletzt hatten. (APA/AP)

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