Hamas bekennt sich zu Aschlag von Tel Aviv

30. April 2003, 08:17
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Kooperation mit Al-Aksa-Brigaden

Nablus - Der bewaffnete Flügel der radikalen Palästinenserbewegung Hamas, "Brigaden Ezzedin el Kassam", hat sich zu dem Selbstmordanschlag bekannt, bei dem am frühen Mittwochmorgen vor einem Cafe an der Strandpromenade von Tel Aviv mindestens vier Menschen getötet und Dutzende zum Teil schwer verletzt wurden. Das Attentat sei "in Zusammenarbeit" mit den "Al-Aksa-Märtyrerbrigaden" geplant worden, erklärte Hamas-Sprecher Abu Barek am Mittwoch in einem Anruf bei der französischen Nachrichtenagentur AFP. Der Selbstmordattentäter stamme aus Tulkarem im Westjordanland.

Die Al-Aksa-Brigaden sind aus radikalen Elementen der Fatah-Bewegung von Präsident Yasser Arafat und Premier Mahmud Abbas zusammengesetzt, die sich jeder Kontrolle durch die Fatah-Führung entziehen. Die israelische Armee hatte am Dienstag im Westjordanland zwei Aktivisten der Al-Aksa-Brigaden getötet, den 28-jährigen Mahmud Salah und den 26-jährigen Anan Jawarish. Anschließend wurde das Haus der Familie von Salah bei Bethlehem von der Armee vollständig zerstört.

Gewaltverzicht undurchführbar

Die Hamas hat die Forderung des palästinensischen Ministerpräsidenten Abbas nach Gewaltverzicht und Entwaffnung als "undurchführbar" zurückgewiesen. Dem Appell des neuen Premiers könne nicht Folge geleistet werden, "weil unser Leben durch den zionistischen Feind bedroht ist", erklärte Hamas-Sprecher Abdelaziz Rantisi am Dienstag in Gaza. Wenn die palästinensische Führung von der Hamas verlange, die Waffen niederzulegen, dann werde man sich dieser Forderung widersetzen. Die Hamas werde das neue Kabinett daran messen, wie es die israelische Besatzung bekämpfe.

Hamas (Abkürzung für "Bewegung des Islamischen Widerstandes") wurde in den achtziger Jahren von Scheich Ahmed Yassin in Gaza gegründet, angeblich mit Unterstützung der israelischen Geheimdienste, um PLO-Chef Yasser Arafat zu schwächen. Yassin hatte den Aufruf Arafats zu einem Anschlagstopp zurückgewiesen. Er kündigte an, dass Selbstmordanschläge bis zur Befreiung Palästinas fortgesetzt würden. Ezzedin el Kassam, nach dem der bewaffnete Arm der Hamas benannt ist, war ein nationalistischer arabischer Scheich, der 1935 im Kampf gegen die damalige britische Mandatsmacht umkam. (APA)

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