Weitere Namen von Versicherten aus Holocaust-Ära veröffentlicht

30. April 2003, 07:00
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379.000 Namen vor allem deutscher Juden, deren Ansprüche nie erfüllt wurden

Washington - Die Internationale Kommission für Versicherungsansprüche aus der Holocaust-Ära (ICHEIC) hat Hunderttausende Namen von Juden veröffentlicht, die vor und während der Zeit des Holocaust Versicherungspolizzen abgeschlossen hatten. Seit Mittwoch gibt es auf der Internet-Site http://www.icheic.org Zugriff auf mehr als 379.000 Namen vor allem deutscher Juden, die seinerzeit Versicherungen abgeschlossen hatten. Viele der Ansprüche aus den Polizzen waren nie erfüllt worden.

Deutsche Versicherer hatten die Bekanntgabe der Namen zugesagt, nachdem Deutschland und die USA im Jahr 2000 eine Vereinbarung zur Regelung von Ansprüchen der Holocaust-Opfer geschlossen hatten. Die Versicherer gaben mehr als 363.000 Namen bekannt, die Kommission ergänzte rund 16.000 Namen aus eigenen Recherchen.

Im September des vergangenen Jahres hatten die Versicherer mit der ICHEIC vereinbart, Überlebende des Holocaust für entgangene Ansprüche aus Versicherungspolizzen mit insgesamt 100 Millionen Dollar zu entschädigen. Rund 175 Millionen Dollar sollen ferner in einen humanitären Hilfsfonds eingestellt werden.

Liste soll Sucher erleichtern

Mit der Veröffentlichung der Listen von Versicherungspolizzen aus der Zeit des Holocaust will die ICHEIC die Suche für die jüdischen Opfer und deren Angehörigen erleichtern. Zuvor hatten die Versicherungskonzerne vor allem auf Anfragen reagiert.

Die ICHEIC wurde 1998 von der Nationalen Vereinigung der Versicherungskommissare in Zusammenarbeit mit fünf europäischen Versicherern und Vertretern jüdischer Organisationen gegründet, um ein gerechtes Verfahren zur Bearbeitung nicht ausgezahlter Versicherungspolizzen zu entwickeln. Zu den Versicherern, die der ICHEIC beigetreten sind, gehören die Allianz, die französische Axa, Generali, Winterthur Leben sowie Zürich Financial Services. (APA/Reuters)

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