Krankenhäuser in Peking völlig überlastet

30. April 2003, 06:58
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SARS-Verdacht bei Mädchen aus China in Lufthansa-Maschine nach Madrid

Peking/Madrid/Hongkong - Angesichts immer neuer SARS-Fälle sind die Krankenhäuser in Peking völlig überlastet. Nach wie vor sei die Lage ernst, sagte der neue Bürgermeister der chinesischen Hauptstadt, Wang Qishan, am Mittwoch in seiner ersten Pressekonferenz seit seiner Ernennung vor einer Woche. Das gelte sowohl für die Prävention als auch für die Behandlung der lebensgefährlichen Lungenerkrankung. In den Krankenhäusern fehlten Betten; daher könnten nicht alle SARS-Fälle schnell behandelt werden.

In Peking sind bereits 66 Menschen an SARS gestorben, fast 1.350 Menschen sind an dem Schweren Akuten Respiratorischen Syndrom (SARS) erkrankt. Der Vorgänger Wangs im Amt des Bürgermeisters, Meng Xuenong, war entlassen worden, weil ihm vorgeworfen wurde, nicht rechtzeitig auf die Bedrohung durch die Epidemie reagiert zu haben. Auch Gesundheitsminister Zhang Wenkang hatte aus diesem Grund sein Amt verloren.

Rückschlag bei SARS-Patienten in Hongkong

Bei einem chinesischen Mädchen sind auf einem Linienflug der Lufthansa am Dienstagabend von Frankfurt nach Madrid möglicherweise Symptome der lebensgefährlichen Lungenkrankheit SARS aufgetreten. Nach spanischen Medienberichten vom Mittwoch wurde das Kind in ein Krankenhaus der spanischen Hauptstadt gebracht. Die 128 Passagiere hätten das Flugzeug auf dem Flughafen Barajas erst nach mehr als zwei Stunden verlassen dürfen.

Der Gesundheitszustand des Kindes, das mit seinem Vater aus der chinesischen Millionenstadt Schanghai gekommen sei, werde beobachtet. Das Mädchen habe hohes Fieber und Husten gehabt, hieß es.

Unterdessen haben mehrere vermeintlich genesene SARS-Patienten in Hongkong einen Rückschlag erlitten und müssen erneut behandelt werden. Es habe sich dabei um einige wenige Fälle gehandelt, erklärten die Behörden der chinesischen Sonderverwaltungszone am Mittwoch weiter. Hongkong hat bisher mehr als 1.500 SARS-Infektionen und 150 Todesopfer registriert. Etwa 750 Menschen, die sich mit der gefährlichen Lungenkrankheit ansteckten, gelten mittlerweile als geheilt. (APA/dpa/AP)

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