Oliver Kahn gewinnt Klage gegen Computerspiele -Hersteller Electronic Arts

29. April 2003, 21:24
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Fußball-Simulation darf nicht mehr vertrieben werden

Der deutsche Fußball-Torhüter Oliver Kahn hat eine Klage gegen den Computerspiele-Hersteller Electronic Arts (EA) gewonnen. Laut einem Spruch des Hamburger Landesgerichts hat EA das Konterfei des Torhüters in seiner Fußball-Simulation "FIFA Worldcup 2002" ohne seine Zustimmung verwendet, berichtet die Financial Times Deutschland (FTD) am Dienstag. Demnach darf das Spiel künftig nicht mehr vertrieben werden. Das kratzt zwar EA nicht mehr, so EA-Deutschland-Chef Jens Uwe Intat zur FTD, aber dennoch könnte das Urteil Folgen haben. Kahn will durch seinen Anwalt Matthias Prinz eine Schadenersatzklage prüfen, die in die Millionen gehen könnte.

"Wegweisendes Urteil

Das Urteil sei "wegweisend", sagte Prinz der FTD. Bisher sei Kahn der einzige Fußballprofi, der gegen die Darstellung seiner Person in dem Spiel geklagt habe. Nun könnten andere folgen. In der FIFA-Serie von EA, einem der Bestseller des Unternehmens, werden insgesamt 800 Spieler aus 40 Ländern virtuell dargestellt. Das Spiel werde aber nicht mehr vertrieben, in der Version für 2003 sei Kahn als Torhüter der Nationalmannschaft aus dem Spiel geflogen. Er scheint aber noch als Torhüter des FC Bayern München auf. Dafür habe EA die Rechte mit der Deutschen Fußball Liga ausgehandelt. Auch Schadenersatzklagen sehe man bei EA gelassen entgegen. Sie würden einfach an den weltweiten Spielerverband Federation of International Football Professionals (Fifpro) weitergereicht, bei dem der Game-Softwarekonzern die weltweiten Rechte erstanden habe. Anscheinend habe der Verband etwas verkauft, was er nicht besitze. EA sei in solchen Fällen jedenfalls auf zentrale Ansprechpartner angewiesen.

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