Laut kann tödlich sein

29. April 2003, 20:46
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Laut Schätzungen der Salzburger Landesregierung sterben jährlich 180 Österreicher durch lärmbedingte Erkrankungen

Salzburg - Lärm stelle "fast das gleiche Risiko wie Rauchen" dar. Davon ist jedenfalls Othmar Glaeser von der Umweltschutzabteilung der Salzburger Landesregierung überzeugt. Laut Glaeser würden jedes Jahr in Österreich rund 180 Menschen an den Folgen zu hoher Lärmbelastung sterben. Lärm führe in erster Linie zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie zu psychovegetativen Erschöpfungszuständen.

Hauptverursacher des Lärms ist laut Glaeser der Verkehr auf der Straße, der Schiene und in der Luft. Sieben von zehn Österreichern würden direkt unter Verkehrslärm leiden, Lärmbelastung am Arbeitsplatz seien hingegen nur neun Prozent ausgesetzt. Allerdings sei Lärmschwerhörigkeit die häufigste Berufskrankheit. Jährlich werden von der Unfallversicherungsanstalt sechs Millionen Euro an Lärmrenten ausbezahlt.

Maßnahmen

Über Strategien, wie Lärmschutzmaßnahmen auszusehen haben, herrscht unter den Fachleuten weitgehend Einigkeit: Nicht alle sind so teuer wie etwa die Schienenlärmsanierung. Diese habe allein in Salzburg bisher 20 Millionen Euro gekostet, so SP-Umweltlandesrat Othmar Raus.

Aus Anlass des vom New Yorker Verband der Gehörgeschädigten für den 30. April ausgerufenen Internationalen Anti-Lärm-Tages appelliert Raus auch an die Verantwortung jedes Einzelnen. Allein durch den Kauf lärmarmer Autoreifen könne der durch die Abrollgeräusche erzeugte Pegel um über ein Drittel gesenkt werden. Solche Reifen seien zwar im Handel, allerdings geben es vonseiten der EU noch keine Kennzeichnungspflicht für Lärmgrenzwerte bei Reifen.

Die Politik wiederum könne bei Planungsentscheidungen in den Bereichen Flächennutzung und Verkehr vor Lärm schützen. Die Salzburger Landesregierung hat dazu eine eigene Raumordnungsrichtlinie zum Lärmimmissionsschutz erlassen, um beispielsweise die Bebauung besonders belasteter Parzellen zu verhindern. (neu/DER STANDARD, Printausgabe, 30.5./1.6.2003)

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