"Bevölkerung ist nicht so dumm..."

29. April 2003, 20:07
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"... wie Regierung sie darstellt", kritisierte Prammer

Wien - "Die Bevölkerung ist nicht so dumm, wie die Regierung sie gerne darstellt", sagte SPÖ-Frauensprecherin Barbara Prammer am Dienstag im Nationalrat. Die angekündigten Änderungen bei der schwarz-blauen Pensionsreform, etwa bei den Kinderersatzzeiten, seien nichts als ein kleines Schräublein, an dem gedreht werde. Prammer machte sich grundsätzlich für eine lebenslange Durchrechnung bei Pensionen stark, da Frauen an sich davon profitieren würden, nur "müssen dann gleichzeitig die Aufwertungsfaktoren erhöht werden". Dies könne Frauen sogar höhere Pensionen einbringen, werde von der Regierung aber nicht durchgeführt. Prammer erinnerte auch daran, dass die Kinderersatzzeiten zuletzt vor fünf Jahren (unter SP-Kanzlerschaft) erhöht worden seien.

"Augen und Ohren zu"

Die SPÖ-Frauensprecherin empörte sich in ihrer Rede besonders darüber, dass bei dem von der SPÖ geforderten Solidarbeitrag bei der Regierung das Motto "Augen und Ohren zu" vorherrsche. Sie legte dar, dass heute nur sieben Prozent der PensionistInnen Pensionen über der ASVG-Höchstbemessungsgrundlage von 2.360 Euro beziehen würden, diese aber 22 Prozent des gesamten Pensionsvolumen ausmachten. "Eine spezielle Abgabe dieser Gruppe scheint daher mehr als gerechtfertigt, um 2015 bei steigender PensionistInnenzahl fit für die Zukunft zu sein." Prammer ist betroffen, dass "wieder die Frauen die Hauptbetroffenen der Pensionskürzungen sind." (red)

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