Schmaleres "Format" geht "moderat" Richtung Wirtschaft

30. April 2003, 10:43
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Beirat beschloss sanften Relaunch mit Anfang Juni - Einsparungen sollen schrittweise erfolgen

Das entscheidende Gremium hat in der Verlagsgruppe News einen sehr bescheidenen Namen: "Beirat" nennt sich das regelmäßige Stelldichein von Gesellschaftervertretern, also vom Hamburger Verlagsriesen Gruner + Jahr, von der Kurier-Gruppe und den Gründern Helmuth und Wolfgang Fellner. Dienstag auf der Tagesordnung: Entscheidungen über die Zukunft von "Format".

Wie der STANDARD und etat.at berichteten (siehe dazu: Anderes "Format" vor Sommer - Gesellschafter sollen Ende April über Zukunft entscheiden), geht es um Neupositionierung in Richtung Wirtschaft. Die dürfte freilich nicht so strikt ausfallen wie diskutiert, intern spricht man nun von einem "moderaten Relaunch".

Einsparungen sollen schrittweise erfolgen

Auch die Idee einer neuen "Galionsfigur" wurde offenbar verworfen, die den Neustart nach außen symbolisieren sollte. Insider gehen davon aus, dass sie nach den "Format"- Zahlen über das erste Quartal zu kostspielig wäre. Die Inseratenstatistik der Werbebeobachter von Focus (und einen vertretbaren Heftumfang) stützten erst in der jüngsten Ausgabe wieder ganze 24 Anzeigenseiten der Raiffeisen Holding Niederösterreich Wien. Sie ist über den Kurier Gesellschafter der News-Gruppe. Interne Informationen, wonach die Strecke unwesentlich mehr als die Kosten einspielte, ließen sich nicht erhärten. Umsatzprognosen für 2003 werden intern bezweifelt. Den redaktionellen Umfang hat "Format" bereits in einem ersten Schritt zurückgefahren.

In der Redaktion will der Konzern nicht mit einem Schlag, sondern schrittweise im Laufe eines Jahres kürzen. Sparpläne träfen auch die Autorenverträge, hieß es. Leitartikler Christian Ortner sagte auf Anfrage, er habe davon bisher nichts gehört.

Der Konzern bestätigte Dienstagnachmittag die Neupositionierung. In einem Mail an die Mitarbeiter heißt es, es "muss uns gelingen, im Kostenbereich weitere deutliche Reduktionen zu realisieren, denn es werden uns für dieses und andere Vorhaben der Verlagsgruppe deutlich weniger Mittel zur Verfügung stehen". (Harald Fidler/DER STANDARD, Printausgabe, 30.4./1.5.2003)

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    foto: standard/cremer
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