Lufthansa auf der Suche nach Einsparungen

30. April 2003, 14:50
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15 weitere Jets im Europaverkehrs aus dem Angebot genommen - Gespräche mit Piloten

Frankfurt - Die Lufthansa will angesichts drastischer Buchungsrückgänge wegen der Lungenkrankheit SARS und der schwachen Konjunktur die Suche nach weiteren Einsparmöglichkeiten forcieren. Alle Möglichkeiten zur Kostensenkung würden geprüft, sagte eine Sprecherin am Mittwoch in Frankfurt. Auch mit der Pilotenvereinigung Cockpit gebe es Gespräche, die aber noch kein Ergebnis erbracht hätten.

Arbeitszeit wird gekürzt

Der Vorstand hatte am Dienstag beschlossen, die Arbeitszeit des Bodenpersonals in Deutschland erneut mit Lohnkürzung um eine auf nun 35 Wochenstunden zu verringern. 15 weitere Jets im Europaverkehr wurden aus dem Angebot genommen.

Umsatzeinbruch im April befürchtet

"Auch diese Maßnahmen sind allerdings nicht ausreichend", sagte Konzernchef Jürgen Weber. Für April befürchtet der Vorstand einen Umsatzeinbruch um 20 Prozent im Passagiergeschäft. Auf einigen Asien- Strecken sackte die Nachfrage um 85 Prozent ab. Der Flugplan nach Hongkong wurde beispielsweise von 13 auf drei Flüge pro Woche gekürzt.

Inzwischen bleiben 70 der rund 400 Maschinen der eigenen Flotte und bei Partnern am Boden. Dennoch müsse im Unternehmen und mit Zulieferern nach weiteren Kostensenkungen gesucht werden, sagte die Sprecherin. Ziel bleibe, alle Mitarbeiter an Bord zu halten.

Krisenplan

Bereits im April war ein Krisenplan zur Senkung der Personalkosten vereinbart worden. Zum 15. April wurde die wöchentliche Arbeitszeit der 16.000 Beschäftigten in den Bodenstationen in Deutschland ohne Lohnausgleich um 1,5 auf 36 Stunden gesenkt. Damit wurde die mit der Gewerkschaft ver.di vereinbarte Krisenklausel im Tarifvertrag angewendet. Sie sieht auch die Möglichkeit vor, die Wochenarbeitszeit noch unter 35 Stunden zu senken. Dann müsste den Beschäftigten aber die Hälfte des eingebüßten Lohns ausgeglichen werden. Für die 13.000 Beschäftigten in der Kabine wurde rückwirkend zum 1. April Kurzarbeit beantragt. (APA/dpa)

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