Palmers-Reich vor Zerschlagung

29. April 2003, 19:19
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Kolportiert: Langjähriger Vorstandschef Humer soll Gerngross übernehmen

Wien - Der Zwist in der Palmers-Familie wird voraussichtlich mit einer Aufteilung des "Familiensilbers" enden. Die Zeichen verdichten sich, dass es zu einer "Gütertrennung" zwischen dem langjährigen Palmers-Chef und Miteigentümer Rudolf Humer und dem Palmers-Clan kommen wird. Laut einem Bericht des Wochenmagazins "News" soll Humer bereits in den nächsten drei Wochen die Gerngross Kaufhaus AG per Aktientausch übernehmen, an der die Familie Palmers über Stiftungen rund 75 Prozent hält. Der neue starke Mann im Palmers-Konzern, Paul Tanos, wollte sich auf APA-Anfrage nicht näher zu den Plänen äußern.

Immobilien

Zu Gerngross gehören in Wien neben dem City-Kaufhaus Steffl und dem Gerngross in der Mariahilfer Straße sowie in Floridsdorf (nur der Betrieb) auch der zur Gänze an Peek & Cloppenburg vermietete Herzmansky, das Linzer Passage City Center (50 Prozent) und das derzeit geschlossenen Kaufhaus Tyrol in Innsbruck. Der Wert der Immobilien wird von Experten auf rund 320 Mio. Euro geschätzt. Die aus der Konsum-Pleite herausgekaufte Gerngross Kaufhaus AG ist allerdings auf Grund von hohen Verlustvorträgen buchmäßig überschuldet und steht bei den Banken mit umgerechnet rund 156 Mio. Euro in der Kreide. Die letzte veröffentlichte Bilanz betraf jedoch das "Rumpfgeschäftsjahr" 2000.

Mit von der Partie soll bei dem Deal Michael Alexander Palmers sein, heißt es in informierten Kreisen. Er stand im Streit um die weitere Konzernführung - im Gegensatz zu seinem Cousin Christian Michael Palmers - auf der Seite von Humer. Die restlichen 25 Prozent an der Gerngross Kaufhaus AG gehören GGK-Gründer und Humer-Freund Hans Schmid.

Verkaufsliste

Auf der Verkaufsliste sollen laut "News" auch weitere Teile des Imperiums stehen, darunter die Hemdenschneiderei Gloriette aber auch eine 50-Prozent Beteiligung an der Wiener Schuhmanufaktur Reiter. Auch für das erst jüngst mit hohen Investitionen umgebauten Nobelkaufhaus Braun & Co am Wiener Graben soll es Überlegungen geben. (APA)

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