Neue Entwicklung wird in Graz für einen einjährigen Versuchsbetrieb im Einsatz stehen
Shanghai/Graz - Ein Elektro-Auto mit Brennstoffzellen-Range Extender
hat der steirische Motorenhersteller AVL List im Rahmen der derzeit
stattfindenden "Austrian Tec Week" auf der Weltausstellung in Shanghai
vorgestellt. Ähnlich wie beim Prototypen E-Mini "Evare", den AVL heuer in
Alpbach präsentiert hat, wurde ein Elektrofahrzeug mit einem sogenannten "Range
Extender" ausgestattet. Ist es beim Mini noch ein kleiner Verbrennungsmotor, der
bei Bedarf anspringt, die Batterien auflädt und damit die Reichweite erhöht,
ermöglicht beim AVL Fuel Cell Commuter (AVL FCC) eine Brennstoffzelle mit nur
0,6 Kilogramm Wasserstoff eine um sechs Stunden längere Fahrzeit.
Der AVL FCC ist für den Personentransport auf nicht öffentlichen Fahrwegen,
etwa für den Messeverkehr wie derzeit auf der Expo, Freizeitparks und ähnlichem
gedacht. Das Thema Brennstoffzelle, in der auf völlig umweltfreundliche Weise
aus Wasserstoff Strom produziert wird, werde in China stark gefördert, erklärte
Peter Prenninger von AVL bei der Präsentation. Der "Range Extender" habe bei der
chinesischen Seite großes Interesse hervorgerufen.
Der wesentliche Vorteil des AVL FCC liege in seiner kontinuierlichen
Verfügbarkeit des Fahrzeugs. Innerhalb weniger Minuten kann Wasserstoff
nachgetankt werden, während das Aufladen von Batterien mehrere Stunden dauert.
Dadurch können auch die Batterien in dem Auto kleiner dimensioniert werden. Bei
einer mittleren Fahrgeschwindigkeit von rund 20 km/h sind etwa 150 Kilometer
Reichweite möglich.
Ausstattung
Ausgestattet ist das Fahrzeug mit einer von AVL bereits zur Serienreife
entwickelten Diagnosetechnik. Dieses analysiert ständig den Zustand der
Brennstoffzelle und behebt Fehler sofort. Damit kann die Lebensdauer der
Brennstoffzelle deutlich erhöht werden, sagte Prenninger. Im Gegensatz zu
anderen Konzepten könne durch die Kombination mit einem Batteriesatz die
Brennstoffzelle in einem stationären Betrieb gefahren werden, den
Spitzenleistungsbedarf übernehme die Batterie. Auch das erhöhe die Lebensdauer
der Zelle.
Das Fahrzeug - die Basis stammt vom chinesischen Hersteller Marschen Electric
Vehicle Company - wurde in Kooperation mit der Tongji Universität in Shanghai
entwickelt, wo AVL seit acht Jahren einen Lehrstuhl sponsert. Gefördert wurde
das Projekt vom Klimafonds. Im November soll das Auto zu AVL nach Graz kommen
und dort für einen einjährigen Versuchsbetrieb im Einsatz stehen. Das Fahrzeug
sei als "Forschungsplattform" zu sehen, wo im Rahmen von Projekten und
Dissertationen weitere wissenschaftliche Fragen geklärt werden sollen. (APA)