Das kleine Montenegro ist die große Überraschung
London - 1:0-Siegen gegen Wales und Bulgarien (daheim) sowie in der Schweiz ließ Montenegros Team ein 0:0 in Wembley gegen England folgen. Das kleine, seit 2006 unabhängige, von 620.000 Menschen bewohnte Land überwintert als Tabellenführer der Gruppe G. "Wir kannten Englands Stärken, und wir hatten einen Plan, um die Niederlage zu verhindern", sagt Montenegros kroatischer Teamchef Zlatko Kranjcar, der einst für Rapid gekickt hatte. "Sie haben das Tempo bestimmt, aber ihre Offensive war nur so gut, wie wir es ihnen erlaubt haben. Gerade auf ihre Stärken an den Flanken waren wir vorbereitet, das mag sie überrascht haben."
Kranjcar hatte als Ziel die Playoffs ausgegeben. Und sollte man in einem Jahr, wenn die Engländer nach Montenegro kommen, noch die Chance auf den Gruppensieg haben, sei alles möglich. "Wir sind gut genug, um die Partie zu gewinnen", glaubt Kranjcar. Fabio Capello, Englands italienischer Teamchef, lässt sich vom ersten Punkteverlust in der EM-Quali nicht schrecken. "Es war nur ein Spiel", sagte er, "und es war nicht leicht. Wir haben nicht viele Chancen herausgespielt, aber es gab vier, fünf klare Möglichkeiten. Ihr Tormann war ihr bester Mann. Man muss aber auch anerkennen, dass ein kleines Land manchmal gute Spieler hat." (DER STANDARD, Printausgabe, Donnerstag, 14. Oktober 2010, red)