Am 16.10. beginnt der Viennale-Vorverkauf

12. Oktober 2010, 20:00
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Knapp 140 Spiel- und Dokumentarfilme von 21. Oktober bis 3. November

Wien - Vor 50 Jahren wurde das heute größte Internationale Filmfestival Österreichs gegründet. Zum Jubiläum legt die Viennale von 21. Oktober bis 3. November wie gewohnt ihren Fokus auf Produktionen abseits des Mainstream und zeigt Highlights der vergangenen Festspielsaison. Österreichische Filme sind heuer mager gesät, nur drei heimische Produktionen sind vertreten. Neu bei der 48. Auflage: ein stark ausgebautes Kurzfilmprogramm und erstmals eine "Special Events"-Reihe, bei der u.a. Musikerlegende Lou Reed seine erste Filmarbeit, den Kurzfilm "Red Shirley", vorstellt. Der Vorverkauf beginnt am Samstag (16. Oktober).

Knapp 140 Spiel- und Dokumentarfilme sind heuer im Programm. Während es im Vorjahr einen Schwerpunkt auf heimisches Filmschaffen gab, sind heuer nur drei Filme und vier österreichische Koproduktionen vertreten. Starke heimische Präsenz gibt es hingegen im ausgebauten Kurzfilmprogramm, das heuer mit fast 50 Werken aufwartet, sieben davon aus Österreich (u.a. Peter Tscherkassky). Ebenfalls im Kurzfilmprogramm ist der diesjährige Festivaltrailer "Empire", der vom renommierten thailändischen Regisseur Apichatpong Weerasethakul gestaltet wurde. Weerasethakul gewann Anfang des Jahres mit seinem Film "Lung Boonmee Raluek Chat" die Goldene Palme in Cannes und wird von 21. bis 24. Oktober in Wien zu Gast sein, um beide Filme vorzustellen.

Festival bleibt in der Maxi-Version

Viennale-Direktor Hans Hurch betont heuer den Anspruch der Viennale, als Teil des öffentlichen Raumes "mehr" zu sein: "Nämlich Ahnung und Vorschein eines wirklich öffentlichen und freien Raums". Hurch sieht den öffentlichen Raum in Gefahr, "aufgelöst in eine Art Parallelwelt der Interessen, der Medien, der Politik". Das Kino, die Viennale, soll dem entgegensetzen und Raum "der Erfahrungen, des Austausches, des Offenen und Neuen" darstellen. Raum bieten wie in den Vorjahren die Spielstätten Gartenbaukino, Metro Kino, Stadtkino, Künstlerhaus Kino und Urania. Das 2009 am Badeschiff eingeführte Festivalzentrum wird beibehalten, ebenso der zusätzliche Festivaltag.

Die Viennale wird mit dem französischen Film "Des hommes et des dieux" von Xavier Beauvois eröffnet, den Abschluss macht das Spielfilmdebüt des mexikanischen Regisseurs Pedro Gonzalez-Rubio, "Alamar". Jede Menge Gäste verspricht die Reihe an Special Events, bei der dem österreichischen Filmemacher und -historiker Günter Peter Straschek gedacht wird, Lou Reed seinen Kurzfilm "Shirley" vorstellt, Klaus Lemke über "die Wiedergeburt des deutschen Films" erzählt und ein Double Feature von Larry Cohen und Merv Bloch in Anwesenheit beider Filmemacher gezeigt wird.

Specials

Einem Außenseiter unter den amerikanischen Filmemachern, Larry Cohen, wird bei der Viennale ein Tribute gewidmet. Auch dem erst im Mai verstorbenen William Lubtchansky, einem der Lieblingskameramänner von Jean-Luc Godard, wird mit einem Tribute gehuldigt. Das Filmmuseum zeigt bereits seit vergangener Woche die Retrospektive eines weiteren Wegbegleiter Godards, dem "Nouvelle Vague"-Mitbegründer Eric Rohmer. Die Special Programs rücken neben dem zwölfteiligen "Silent Masters"-Programm des Filmarchiv Austria zum österreichischen Stummfilmkino der 20er Jahre zwei junge Filmemacher in den Mittelpunkt: "Exposed" wendet sich dem österreichischen Kurzfilmemacher Siegfried A. Fruhauf zu, während "Drifting States" die Arbeiten des kanadischen Jungregisseurs Denis Cote vorstellt.

Auch heuer werden drei Preise vergeben: der Wiener Filmpreis in den Kategorien Spiel- und Dokumentarfilm, der FIPRESCI-Preis der Internationalen Filmkritik und der "Standard"-Publikumspreis. Die Filmpreis-Jury ist bunt besetzt: Neben der Lyrikerin Sabine Gruber sitzt u.a. Hip-Hop-Musiker Martin Skerwald aka SKERO in der Jury. Gäste aus allen künstlerischen Bereichen gibt es zudem bei zahlreichen Gesprächen, Performances und Konzerten. Edgardo Cozarinsky, renommierter Vertreter der argentinischen Literatur, ist bei der diesjährigen Viennale mit seiner Doku "Apuntes para una biografia imaginaria" vertreten und wird am 23. Oktober aus seinem Werk lesen. (APA)


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Viennale

Reguläre Tickets sind ab Samstag an den drei Vorverkaufsstellen Schottentor-Passage, Stubentor und Generali-Center sowie online und unter der Gratis-Telefonnummer 0800 664 010 erhältlich.

  • Das V'10-Plakatsujet zitiert eine Szene aus André De Toths Film noir "Crime Wave" von 1954 mit Sterling Hayden (der graue Schattenriss)
    foto: viennale

    Das V'10-Plakatsujet zitiert eine Szene aus André De Toths Film noir "Crime Wave" von 1954 mit Sterling Hayden (der graue Schattenriss)

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