Reiche zahlen 2010 mehr

12. Oktober 2010, 18:09
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Trendumkehr bei den Spitzensteuersätzen

Wien - Bermuda, Bahamas, die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait sind die absoluten Top-Destinationen für jene, die viel Geld verdienen und wenig Steuern zahlen wollen. Selbst bei einem Jahreseinkommen von über 300.000 Dollar sind auf den Bahamas Sozialabgaben von nur 0,3 Prozent zu berappen, die Steuerbelastung ist Null. Nirgends sonst auf der Welt zahlt man so wenig.

Die Bahamas bieten aber auch Kontinuität. Denn 2010 sind die Steuersätze für Spitzenverdiener im weltweiten Schnitt erstmals seit sieben Jahren gestiegen. Der Unternehmensberater KPMG hat sich die effektive Abgabenbelastung (Steuern plus Sozialversicherung) für Einkommen von 100.000 und 300.000 Dollar angesehen. Während der durchschnittliche Höchststeuersatz 2009 noch um 0,3 Prozent sank, zeichnet sich laut Studie 2010 eine Steigerung um 0,3 Prozent ab.

Bemerkenswerterweise ist Großbritannien das Land mit der größten Sprung nach oben. Wer auf der Insel über 300.000 Dollar im Jahr verdient muss nun fast die Hälfte seines Einkommens wieder abgeben.

Der Grund für den Anstieg sind die Sparprogramme in vielen der 86 untersuchten Ländern. Vor allem in Europa sind die Spitzensteuersätze in mehreren Ländern angehoben worden. So verlangen etwa Frankreich, Portugal, Griechenland und selbst die notorische Steueroase Isle of Man 2010 höhere Abgaben von ihren Reichen als noch im Vorjahr, wobei die Gesamtbelastung weiterhin kaum über zehn Prozent kommt.

Europa erhöht Steuern

Österreich ist bei den Steuersätzen weiter im internationalen Spitzenfeld - nur in Schweden, Dänemark und den Niederlanden ist die Steuer noch höher. Bezieht man aber auch Sozialabgaben hinein, hat Kroatien die höchste Abgabenquote. In der Europäischen Union gibt es die niedrigste Belastung für Top-Verdiener übrigens in Bulgarien. (szi, DER STANDARD, Printausgabe, 13.10.2010)

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    grafik: der standard
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