Vergès: Schockierende Standpunkte vom Advokaten des Terrors

12. Oktober 2010, 17:31
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Vergès vertrat Nazi-Folterknecht Klaus Barbie, Terroristen der RAF und Action Directe, Carlos, Milosevic - Mittwoch auf Arte

Die Massengräber in Kambodscha müsse "man sich genau ansehen": Während Jacques Vergès das sagt, fährt die Kamera über endlos scheinende Skelettfelder. Ja, es habe Folter gegeben, fügt der Anwalt hinzu: Doch man habe alles in einen Topf geworfen, die Toten nach Bombardements und Embargo der Amerikaner: "Alles wurde den Roten Khmer zugeschrieben."

Der französische Filmregisseur Barbet Schroeder (Single, white female) sammelt im Dokumentarfilm "Im Auftrag des Terrors" kommentarlos die Standpunkte des Advokaten zu einem schockierenden Kompendium. Vergès vertrat Nazi-Folterknecht Klaus Barbie, Terroristen der RAF und Action Directe, Carlos, Slobodan Milosevic. Die Unabhängigkeitskämpfer der algerischen FLN trifft er zum Film: "Wenn nur einer von Ihnen hingerichtet wäre, ich hätte einen Mord begangen."

Schroeders Motivsuche bringt ein verwirrendes Ergebnis: Was Vergès treibt, ist die Leidenschaft der Profession: Für seine Klienten zu kämpfen - im wirren Glauben, dem Schwächeren zum Sieg zu verhelfen. (prie/DER STANDARD; Printausgabe, 13.10.2010)

Mittwoch, 20.15, Arte

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    Jacques Vergès.

  • Jacques Vergès (li.) und der ehemalige führende Funktionär der Roten Khmer: Khieu Sampan.
    foto: arte

    Jacques Vergès (li.) und der ehemalige führende Funktionär der Roten Khmer: Khieu Sampan.

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