Pfiffe für Zapatero am Nationalfeiertag

12. Oktober 2010, 15:37

Rechte Demonstranten nutzen Parade zu Protest gegen Regierungschef

Madrid - Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero ist am spanischen Nationalfeiertag bei der traditionellen Militärparade in Madrid ausgebuht worden. "Raus, raus!" und "Rücktritt!", skandierten zahlreiche Zuschauer, als der sozialistische Regierungschef am Dienstag im Zentrum der Hauptstadt eintraf.

Schon in den vergangenen Jahren hatten Demonstranten die Parade genutzt, um gegen Zapatero zu protestieren. Dieser steht wegen der schweren Wirtschaftskrise in Spanien in der Kritik. Seine Sozialistische Partei (PSOE) machte rechtsextreme Kreise für die Pfiffe verantwortlich. Zu dem Protest sei im Internet aufgerufen worden.

Militärparade

An der Parade, die von König Juan Carlos abgenommen wurde, nahmen rund 3000 Soldaten aller Waffengattungen sowie 150 Fahrzeuge und rund 50 Flugzeuge teil. Angesichts des Sparzwanges wurde die Zahl der teilnehmenden Militärs im Vergleich zu Vorjahr um fast 1000 reduziert.

Anlässlich des 200. Jahrestages ihrer Unabhängigkeit von Spanien beteiligten sich erstmals auch acht lateinamerikanische Staaten an der Parade. Venezuela blieb der Veranstaltung allerdings fern. Offiziell hieß es, sein Vertreter sei erkrankt. Es wird jedoch vermutet, dass der wahre Grund die jüngsten diplomatischen Verstimmungen zwischen beiden Ländern waren: Die spanische Justiz wirft Venezuela vor, ETA-Terroristen im Dschungel ausgebildet zu haben.

Am 12. Oktober erinnert Spanien an die Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus im Jahre 1492. (APA/dpa)

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