Rechte Demonstranten nutzen Parade zu Protest gegen Regierungschef
Madrid - Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero
ist am spanischen Nationalfeiertag bei der traditionellen
Militärparade in Madrid ausgebuht worden. "Raus, raus!" und
"Rücktritt!", skandierten zahlreiche Zuschauer, als der
sozialistische Regierungschef am Dienstag im Zentrum der Hauptstadt
eintraf.
Schon in den vergangenen Jahren hatten Demonstranten die Parade
genutzt, um gegen Zapatero zu protestieren. Dieser steht wegen der
schweren Wirtschaftskrise in Spanien in der Kritik. Seine
Sozialistische Partei (PSOE) machte rechtsextreme Kreise für die
Pfiffe verantwortlich. Zu dem Protest sei im Internet aufgerufen
worden.
Militärparade
An der Parade, die von König Juan Carlos abgenommen wurde,
nahmen
rund 3000 Soldaten aller Waffengattungen sowie 150 Fahrzeuge und rund
50 Flugzeuge teil. Angesichts des Sparzwanges wurde die Zahl der
teilnehmenden Militärs im Vergleich zu Vorjahr um fast 1000
reduziert.
Anlässlich des 200. Jahrestages ihrer Unabhängigkeit von
Spanien
beteiligten sich erstmals auch acht lateinamerikanische Staaten an
der Parade. Venezuela blieb der Veranstaltung allerdings fern.
Offiziell hieß es, sein Vertreter sei erkrankt. Es wird jedoch
vermutet, dass der wahre Grund die jüngsten diplomatischen
Verstimmungen zwischen beiden Ländern waren: Die spanische Justiz
wirft Venezuela vor, ETA-Terroristen im Dschungel ausgebildet zu
haben.
Am 12. Oktober erinnert Spanien an die Entdeckung Amerikas
durch
Christoph Kolumbus im Jahre 1492. (APA/dpa)