Android, das Doch-Nicht-Rootkit und die Community-Firmware

12. Oktober 2010, 15:35
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CyanogenMod für T-Mobile G2 macht Fortschritte - Schreibschutz sorgt für Aufruhr in der Community

In den letzten Tagen ging ein regelrechter Aufschrei durch die Android-Community, HTC habe im schier endlosen Bemühen der Hersteller das "Hacken" ihre Smartphones und somit auch den Einsatz von Dritt-Firmware zu verhindern, zu einer Maßnahme gegriffen, die als Tabubruch verstanden wird: Dem Einsatz eines Rootkits beim T-Mobile G2.

Ausbreitung

Ausgehend von einem Blog-Artikel verbreitete sich die Geschichte rasant über die sozialen Netzwerke und erzeugte den zu erwartenden Protest, das einzige Problem dabei: Die Behauptung stimmt so einfach nicht. Was tatsächlich passiert war, ist, dass einige EntwicklerInnen im Bemühen über bekannte Sicherheitslücken Root-Zugriff auf dem G2 zu erreichen, bemerkt hatten, dass dies zwar möglich ist, jegliche Veränderungen am Dateisystem nach dem nächsten Boot allerdings wieder rückgängig gemacht waren.

Selbstheilungskräfte

Aus dieser Beobachtung entstand dann die Geschichte des "selbstheilenden" G2, eine Möglichkeit, die sich viele nur über ein im Hintergrund werkelndes "Rootkit", das immer wieder den Ausgangszustand herstellt, erklären konnten. Wenig hilfreich zur Klärung der Situation war in diesem Zusammenhang auch eine durchaus zur Verblüffung geneigte Teil-Bestätigung durch HTC. Der Hersteller sprach in einem Kommentar selbst von der automatischen Wiederherstellung der Software - eine Darstellung der einige erfahrene Mitglieder der Android-Community nach näherer Betrachtung der Situation offen widersprechen

Schreibschutz

So ergibt sich der beschriebene Effekt beim T-Mobile G2 aus dem simplen Fakt, dass HTC hier einen Schreibschutz für Teile des NAND-Speichers einsetzt. Eine Vorgangsweise, die der Hersteller in der Vergangenheit schon bei einigen Geräten gewählt hatte, selbst argumentiert man gemeinhin mit einem zusätzlichen Schutz für sensible Bereiche des Geräts - etwa vor Schädlingen - für solche Maßnahmen. Von der Community wurden diese Sperren trotzdem immer wieder umgangen. Einziger Unterschied dürfte beim G2 ein Bug sein, der dazu führt, dass es so wirkt, also ob der Speicher erfolgreich überschrieben wurde - was aber wegen dem Schreibschutz eben nicht der Fall ist.

Abwarten

Die EntwicklerInnen von alternativer Firmware für Android geben sich unterdessen zuversichtlich, dass auch die Aushebelung dieser Sperre nur eine Frage der Zeit ist. Und auch wenn es derzeit noch nicht dauerhaft gelungen scheint, so gibt es doch zumindest erste Erfolge.

Entwickler Steve Kondik hat g ein Video verbreitet, auf dem der Boot-Vorgang eines angepassten CyanogenMod 6.1.0 für das G2 zu sehen ist. Kondik betont dabei aber, dass es sich hierbei noch um einen wirklich "üblen" Hack handle, potentielle NutzerInnen sich also noch nicht zu früh freuen sollten, einen dauerhaften Root-Zugang habe man weiter nicht erreicht. (apo, derStandard.at, 12.10.10)

  • Eine CyangenMod 6.1.0 Vorversion auf dem G2, derzeit aber nur über einen Trick: Das System wird nach einem temporären Root von der SD-Karte geladen.
    screenshot: redaktion

    Eine CyangenMod 6.1.0 Vorversion auf dem G2, derzeit aber nur über einen Trick: Das System wird nach einem temporären Root von der SD-Karte geladen.

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