Oracle und IBM schmieden Java-Pakt

12. Oktober 2010, 07:32
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OpenJDK soll künftig gemeinsame Basis für Entwicklung sein - Unklare Situation für Apache-Harmony-Projekt und Google

Wohl nur wenige Übernahmen eines Unternehmen sorgten schon nach wenigen Monaten für solch umfangreiche Konflikte wie der Kauf des Computerherstellers Sun durch Oracle. Rund um praktisch alle von Sun einst entwickelte Technologien kriselt, es in manchen Fällen so stark, dass sich gleich die gesamte Community abspaltet, wie zuletzt der OpenOffice.org-Fork LibreOffice.

Kooperation

So passt es denn auch, dass man in Sachen Java bislang weniger mit konkreten Fortschritten denn mit einer Klage gegen Google wegen dessen Android Virtual Machine Dalvik aufgefallen war. Nun folgt allerdings eine aktuelle Ankündigung, die dieses Bild etwas dreht: Wie Oracle und IBM gemeinsam verlautbaren, wollen die beiden Unternehmen künftig verstärkt gemeinsam an der Entwicklung von Java arbeiten.

OpenJDK

Zu diesem Zweck will man sich rund um das freie OpenJDK-Projekts versammeln, und hier künftige Neuerungen vorantreiben. Eine Kooperation, deren Ziel es zudem ist, die Entwicklungsgeschwindigkeit rund um Java zu beschleunigen, wie die beiden Unternehmen versprechen.

Vorgeschichte

Mit der Partnerschaft will man auch die Animositäten der letzten Jahre hinter sich lassen, immerhin gab es zwischen Sun und IBM in der Vergangenheit immer wieder Konflikte rund um Java. Unklar bleibt mit dem Schwenk von IBM, was all dies für das frei Apache-Harmony-Projekt bedeutet, an dem sich der Softwarehersteller bisher maßgeblich beteiligt hatte - und das nun angesichts der Kooperation rund um OpenJDK ins Hintertreffen gelangt. Dieser Schwenk ist deswegen auch nicht ganz unpikant, da sich Google für Android aus dem Harmony-Projekt bedient.

Pragamtismus

BeobachterInnen sehen in der Kooperation von IBM und Oracle aber trotzdem vor allem eine Notwendigkeit angesichts der aktuellen Realitäten im Java-Ökosystem, will die Technologie langfristig relevant bleiben. So ist IBM stark von Java abhängig, während Oracle bislang damit zu kämpfen hatte, dass die eigenen Pläne für JDK7 und JDK8 bislang kaum Unterstützung außerhalb des eigenen Unternehmens gefunden haben. (apo, derStandard.at, 12.10.10)

 

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