Zum Tod der großen australischen Sopranistin
"La Stupenda": Zum Tod der großen australischen Sopranistin
Genf - Der verstorbene italienische Tenor Luciano Pavarotti, der bisweilen ihr Bühnenpartner war, nannte sie "ohne Zweifel die Stimme dieses Jahrhunderts" . Wegen ihrer technischen Sangesfähigkeiten kam sie allerdings auch zu allgemein verbreiteten Bezeichnungen wie "La Stupenda" .
Und ohne Zweifel war die australische Sopranistin Joan Sutherland (1926 in Sydney geboren) eine der wichtige Sängerinnen des 20. Jahrhundert. Dabei ist ihr besonders die Wiederbelebung des Belcanto-Repertoires zu verdanken, also vor allem von Werken des frühen 19. Jahrhunderts (Komponisten wie Gaetano Donizetti und Vincenzo Bellini). Diese Musik mit ihren virtuosen und also extrem herausfordernden Koloraturen hatte in Sutherland eine eloquente Advokatin. Mit markantem Timbre, großer Sicherheit, beachtlichem Volumen und Robustheit sorgte sie weltweit vor Furore als globaler Star zwischen Mailänder Scala und Met.
1990 verabschiedete sich Sutherland, dieser singuläre Koloratursopran, vor einem weltweiten Publikum in Sydney mit der Hauptrolle in der Meyerbeer-Oper Die Hugenotten von der Bühne. Am Sonntag ist die Diva im Alter von 83 Jahren in Genf gestorben. (toš/DER STANDARD, Printausgabe, 13.10. 2010)