Doping-Prozess

15 Monate für Matschiner, Hütthaler "gierige" Doperin

11. Oktober 2010, 13:50
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    foto: apa/ pfarrhofer

    Ex-Sportmanager Stefan Matschiner wurde zu 15 Monaten Haft verurteilt. Ins Gefängnis muss er aber nicht mehr.

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    Hütthaler: "Ich hab so viel Epo genommen, dass ich nicht mehr weiß, wie viel genau ich von wem bekommen habe."

Teilbedingte Haftstrafe für Ex-Sportmanager - Aufgeflogene Triathletin schluckte weit mehr verbotene Substanzen, als Matschiner ihr empfohlen hatte

Wien - Am zweiten Verhandlungstag gegen den ehemaligen Sportmanager Stefan Matschiner, der sich wegen Blutdopings und der Weitergabe von illegalen Präparaten verantworten muss, packte am Montag auch die Triathletin Lisa Hütthaler im Wiener Straflandesgericht aus: "Ich hab so viel Epo genommen, dass ich nicht mehr weiß, wie viel genau ich von wem bekommen habe. Ich war auf dem Gedanken, immer mehr und mehr. Ich war gierig." 

Epo ist Erythropoetin, ein an und für sich körpereigenes Hormon, das die Bildung roter Blutzellen anregt und dadurch die Leistungsfähigkeit erhöht. Der Ferrari des Sauerstofftransports kann aber auch längst synthetisch hergestellt werden und ist von Dopingjägern gar nicht so leicht zu entdecken.

Doping "auf der Tagesordnung wie Frühstück"

Wie berichtet, hatte Matschiner schon zu Prozessbeginn im August gestanden, zwischen 2005 und 2008 illegale Präparate wie Epo, Testosteron und Wachstumshormone weitergegeben zu haben. Konkret hatte der 35-jährige Oberösterreicher den Ex-Radprofi Bernhard Kohl, dessen ehemaligen Stallgefährten im Gerolsteiner-Team, Markus Zberg, sowie die Triathletin Lisa Hütthaler verpfiffen. Allerdings waren alle drei schon vorher aufgeflogen. Fünf weitere Abnehmer wollte Matschiner nicht namentlich nennen, um sie zu schützen. Im Spitzensport stehe Doping "auf der Tagesordnung wie Frühstück", behauptet der Angeklagte. 

Blutdoping im Sinne des im August 2008 in Kraft getretenen §22a des Anti-Doping-Gesetzes (Transfusion von Eigen- oder Fremdblut) streitet Matschiner hingegen ab. Doch die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, dafür eigens eine Blutzentrifuge betrieben zu haben. "Aber nur, als das noch legal war", argumentiert Matschiner. Im Fall eines Schuldspruches sieht das Strafgesetz jedenfalls bis zu drei Jahre Gefängnis vor. 

Kohl hatte ausgesagt, Matschiner Substanzen im Wert von 50.000 bis 70. 000 Euro abgekauft zu haben. Matschiner selbst bezifferte den Wert der Lieferungen nur mit 6000 Euro. Auch im Fall Hütthaler klaffen die Mengenangaben weit auseinander. Die Triathletin will sich an 60.000 bis 100.000 Einheiten Dynepo (ein Epo-Präparat) allein beim ersten Treffen erinnern. Matschiner reagiert spontan von der Anklagebank aus: "100.000 ist eine völlig wahnwitzige Zahl. Wenn sie die nehmen würde, dann wär' sie tot." Schon möglich, dass sich Hütthaler irrt. Denn nach eigenen Angaben hatte sie auch andere Epo-Bezugsquellen, von denen Matschiner nichts wusste. "Ich war eine Hardcore-Doperin und habe wesentlich mehr als die empfohlenen Rationen genommen", bekennt die 27-Jährige, die derzeit ein Kind erwartet. "Das ist bei allen so. Die Sportler halten sich alle nicht dran, was man sagt", stellt Matschiner trocken fest. 

Homöopathie statt Doping 

Hütthaler und Matschiner sollen einander 2007 über den Kinderarzt und Hobbytriathleten Andreas Z. kennengelernt haben, gegen den die Staatsanwaltschaft bereits einen separaten Prozess vorbereitet. Sie wollte Matschiner treffen, "weil ich nicht selbst mit Doping experimentieren wollte". Rund fünfmal habe sie von ihm verbotene Substanzen bekommen, wobei Hütthaler erst jetzt im Zeugenstand erfahren muss, dass das, was ihr als Testosteron verkauft wurde, in Wahrheit ein homöopathisches Mittel war. 

Der kleine Trick spielt für den Prozess keine Rolle mehr, Matschiner wird im Sinne der Anklage schuldig gesprochen. Richterin Martina Spreitzer-Kropiunik verhängt über den bisher Unbescholtenen 15 Monate Haft, ein Monat davon unbedingt. Da Matschiner schon fünf Wochen in U-Haft war, muss er nicht mehr ins Gefängnis. Das Urteil ist rechtskräftig, Matschiner darf nach Hause. (DER STANDARD, Printausgabe, Dienstag, 12. Oktober 2010, simo)

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Posting 1 bis 25 von 73
1 2
skitourenphilosoph
00
14.10.2010, 15:37

..soviel Epo spritzen und dann so mäßige Leistungen erbringen; lachhaft

Turne
00
12.10.2010, 13:42
ausgepackt???

Hätte den Herrn aufgrund der nichtnennung der anderen Atheleten nochmals 6 Monate Minimum eingesperrt.

Wer sind die anderen? Christian Hofmann wars definitiv nicht, weil der hat schon gesagt, dass er "nie im Leben gedopt hat". Klingt mittlerweile so glaubhaft der Satz wie "Der Virstand steht hinter dem Trainer" oder "Ich habe eine weisse Weste"

Wowbagger The Infinitely Prolonged
01
12.10.2010, 09:44

"packte aus", "verpfiffen", "aufgeflogen"…

was ist denn das für eine wortwahl für einen journalistischen artikel? haben's zuviel krimis gelesen, herr redakteur?

honey6
13
12.10.2010, 13:19
die Begriffe

passen sich dem widerlichen Pack an. Auch wenn die Matschiners und Hütthalers so fein auftreten, sie sind unterste Schublade - von ihren Werten und ihrem Charakter her.

Totaler Durchblicksstrudel
00
12.10.2010, 13:43

Das liegst aber sehr weit daneben; die sind einfach österreichischer Durchschnitt!

§83SPG
00
12.10.2010, 15:49

Gedopt wird auf der ganzen Welt. Das ist keine österreichische Spezialität.

honey6
00
12.10.2010, 14:03
wow

dann bin ich ja ein überdurchschnittlicher Typ

peter schmidt
 
01
12.10.2010, 14:58
oder ein überdurschnittlich selbstgerechter durchschnittstyp:)

Totaler Durchblicksstrudel
00
12.10.2010, 16:03

bei seinem nick ist das nicht einmal sehr weit her geholt. Aber wer war das nicht in der Jugend?

peter schmidt
 
02
12.10.2010, 17:55
stimmt.

ist mir heute manchmal peinlich wie selbstgercht ich mit 17 war. allerdings war ich da ja auch noch "sauber" in allerlei hinsicht.

supa
14
12.10.2010, 07:50
Puh die Hüttaler ist zum bled sein zu bled

Zrp Zrpov
 
00
12.10.2010, 10:41
Junge Leut sollten ein Recht auf Fehler haben

Solange sie nicht Finanzminister werden wollen...

honey6
00
12.10.2010, 13:20
"Junge Leut" ab 20 sind sich ihres Handelns bewusst

und müssen mit den Konsequenzen leben.

ugo tognazzi
31
12.10.2010, 08:54

ist das nicht voraussetzung für triathleten ?

motd
10
13.10.2010, 06:51
irrathleten

Byb Dolan
01
12.10.2010, 17:14
Voraussetzung für Triathlon

ist beinhartes und richtiges Training.
Probier´s mal!

johann weissmueller
02
12.10.2010, 13:19

was soll das für eine bescheuerte meldung sein? nur weil sie mit ihrem bier vorm fernseher sitzen, sind noch längst nicht alle, die sich fit halten per se depad!

mukl
00
12.10.2010, 16:12

mit "fithalten" schaffen sie keinen triathlon.

ludwig123
00
13.10.2010, 06:26

..kommt darauf an was sie unter "fithalten" verstehen.
Für manche ist bereits 1 mal die Woche ein bischen Joggen "fithalten"

Cserkinho
00
14.10.2010, 13:02

und selbst dann reichts für einen triathlon!

mukl
00
13.10.2010, 09:49

ja eh, und es kommt drauf an, was man unter einem triathlon versteht.

Byb Dolan
01
12.10.2010, 17:12
aber mit Triathlons

hält man sich fit, zumindest mit dem Training dafür.

gustav gans42
01
12.10.2010, 07:30

merkwürdig, dass man alle Namen voll ausschreibt und den des Kinderarztes Zoubek abkürzt...

mikeiron
00
12.10.2010, 08:42

egdU

al o'quent
04
12.10.2010, 00:05

"Kohl hatte ausgesagt, Matschiner Substanzen im Wert von 50.000 bis 70. 000 Euro abgekauft zu haben. Matschiner selbst bezifferte den Wert der Lieferungen nur mit 6000 Euro."

das widerspricht sich ja nicht, und würde meinen verdacht verhärten, dass der berni nicht unbedingt muttis heller ist...

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