Budget bis 2013

Acht Milliarden durch Steuererhöhungen

11. Oktober 2010, 14:08

Finanzminister Pröll will 19 Milliarden Euro bis 2013 lukrieren, die Sparmaßnahmen im Umfang von elf Milliarden sollen Ende Oktober am Tisch liegen

Wien - Das Budget für das kommende Jahr ist erst im Entstehen, der im Mai beschlossene Finanzrahmen für die Jahre 2011 bis 2014 gibt aber schon die Richtung vor.  Insgesamt sieht der Budgetplan im kommenden Jahr Einsparungen auf Bundesebene in Höhe von rund 1,6 Milliarden Euro vor. Zusätzlich sollen Länder und Gemeinden einen Sparbeitrag von rund 800 Mio. Euro bringen. Außerdem sind 1,7 Mrd. an Steuererhöhungen vorgesehen. Die Bundesländer haben schon einmal im Vorfeld der Verhandlungen mit dem Bund einen Anteil an den geplanten neuen Steuern eingefordert. Dann könne man auch das für die Länder und Gemeinden vorsehene Defizitziel von 0,6 Prozent des BIP einhalten.

"Ecken und Kanten abschleifen"

Wo im Detail eingespart wird und welche Steuern erhöht bzw. neu eingeführt werden, ist Gegenstand der Budgetverhandlungen. "Es müssen noch Ecken und Kanten abgeschliffen werden", beschreibt Finanzminister Josef Pröll im Ö1-"Mittagsjournal" den Stand der Dinge. Zu einzelnen Punkten brauche es auch noch "substanzielle Verhandlungen", und Pröll erwartet "keine einfachen Gespräche".

Begonnen wurden die Gespräche mit einer Bundesländer-Runde, wo es darum geht, wie viel die Länder in den kommenden Jahren einsparen müssen. Der Finanzrahmen für die Jahre 2011 bis 2014 sieht für die Länder und Gemeinden jährlich eine Neuverschuldung von 0,6 Prozent des BIP vor. In der heutigen Verhandlungsrunde zwischen Bund, Ländern und Gemeinden über die Budgetkonsolidierung hat die Regierung ein Papier vorgelegt, das schärfere Sanktionen für Budgetsünder vorsieht. Hauptthema der Gesprächsrunde war eine Modifizierung des innerösterreichischen Stabilitätspakts zwischen den Gebietskörperschaften. Der im Jahr 2007 erstellte Stabilitätspakt ist aufgrund der gestiegenen Verschuldung und der geänderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eigentlich obsolet, obwohl er bis 2013 gilt. Die darin enthaltenen Kennzahlen werden nun neu verhandelt. Ganz aufgeschnürt wird der Stabilitätspakt offenbar nicht. Es dürfte aber zumindest eine Ergänzung für die Konsolidierungsjahre bis 2013 geben.

Defizitgrenze von 0,6 Prozent

Laut dem aktuellen Finanzrahmen aus dem heurigen Frühjahr dürfen Länder und Gemeinden eine Defizitgrenze von 0,6 Prozent nicht überschreiten. Ihre Schuldenentwicklung ist seither aber stark angestiegen. Für heuer schätzt das Finanzministerium das Minus bei den Ländern laut aktuellsten Daten bereits auf 0,67 Prozent und bei den Gemeinden auf 0,34 Prozent der Wirtschaftsleistung. Wie diese Verschuldung wieder gebremst werden soll, ist nun Thema der Verhandlungen.

Der Finanzminister will seine Vorhaben jedenfalls Ende Oktober präsentieren, damit sie im November begutachtet werden können, sagt er heute. Er will dann gleich alle Sparmaßnahmen bis 2013 in einem Paket auf den Tisch legen. Im November solle dann der Budgetentwurf in Begutachtung gehen. Auf einen konkreten Termin habe man sich noch nicht festgelegt. Am 1. Dezember will Pröll seine Budgetrede im Parlament halten.

Vermögenssteuer und Ökologisierung

Die SPÖ hat jedenfalls in den vergangenen Monaten schon einige Vorschläge für neue Steuereinnahmen gemacht, Schwerpunkt sind Vermögenssteuern. Die ÖVP brachte eine "Ökologisierung" durch höhere Steuern auf Energie in die Diskussion ein. Weil Pröll nicht nur das Budget für 2011 im Detail verhandeln will, sondern gleich für besagte drei Jahre, geht es bei den bevorstehenden Gesprächen in Summe um eine Verhandlungsmasse von 19 Mrd. Euro - elf Mrd. Euro an Einsparungen und acht Mrd. an neuen Steuern.

Familie, Jugend und Arbeitsmarkt

Der Finanzrahmen gibt für kommendes Jahr für alle Bereiche Einsparungen von ein bis vier Prozent vor. Besonders stark gekürzt werden zum Beispiel die Budgets für Verteidigung und Justiz (jeweils um 3,5 Prozent), etwas geringer fallen die Einschnitte beim für die Polizei zuständigen Innenministerium aus (2,0 Prozent). Besonders stark sinken werden die Ausgaben im Bereich Arbeitsmarkt, auch weil dieser optimistischer eingeschätzt wird als ursprünglich im Budget eingeplant. Im Bereich "Arbeit" sind 2011 nur noch 6,15 Mrd. Euro vorgesehen - ein Minus von 4,1 Prozent. Schmerzhafter sollen mit einem Rückgang um 234,9 Millionen die Einschnitte bei "Familie und Jugend" ausfallen.

Minus bei der Bildung

Bei Bildung, Forschung, Kunst und Kultur will der Bund rund 11,76 Mrd. Euro ausgeben, ein Minus von 1,4 Prozent. Schwerpunkt ist das Budget des Unterrichtsministeriums (inklusive Kultur) mit 7,6 Mrd. Euro und das Wissenschaftsressort mit 3,69 Mrd. Euro. Bei Wirtschaft, Infrastruktur und Umwelt sinken die Ausgaben mit drei Prozent auch stark. Das Finanzministerium rechnet für heuer mit einem leicht geringeren Budgetdefizit von 4,5 anstatt 4,7 Prozent der Wirtschaftsleistung. Das Minus des Bundes beträgt dabei 3,58 Prozent des BIP. (APA/rb)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 433
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
José Atento
00
13.10.2010, 12:38
Ich frage mich wirklich

wie die auf diese Prozentsätze bei den Einsparungen kommen? Wird da gewürfelt?

Aber Hauptsache die Steuern sollen um 8 Mrd. (!!!) erhöht werden. NATÜRLICH sollen nur die angeblich reichen Österreicher bezahlen, damit die Politiker weiterhin Geld mit vollen Händen an die angeblich Bedürftigen verteilen können.

Meine Erfahrung sagt mir, SO geht es weiter abwärts.

Briefmarkenkleber
00
12.10.2010, 15:26
Wird nicht so heiß gegessen...

(°)(°)
01
12.10.2010, 11:43
Fühlt sich fast an wie Venezuela.

Ist zwar ein anderes Politisches Konzept, wird aber ähnlich den Bach runter gehen...

José Atento
00
13.10.2010, 12:41

Richtig, der Chavez hat auch die Reichen und internationale Unternehmen (Öl, Bergbau, etc.) enteignet.

Was dabei herauskommt, kann man dort schon jetzt und besonders in den nächsten Jahren bewundern. Stillstand und steigende Armut, was Chavez als Bestätigung sieht, dass er zu wenig macht und das Land noch weiter in die Krise stürzt.

Linus Tintifax
00
12.10.2010, 12:12
aha

na wenn für sie privatisieren und verstaatlichen ein und das selbe sind, bittesehr

Linus Tintifax
00
12.10.2010, 12:17
ups

ist

Ravenhorst
01
12.10.2010, 10:27
Die ÖVP will bei den NR-Wahlen 2013 ....

....unbedingt den Rang 4 belegen. Sie sind auf dem besten Weg dorthin.!!

José Atento
00
13.10.2010, 12:45
Der Weg Ö ist somit vorgezeichnet

Konservative Politik und Bürgertum sind nicht mehr gefragt. Die Radikalisierung der Gesellschaft ist voll im Gange.

Strache mit seinen radikalen gesellschaftlichen Ansichten und die Linken komplett ohne Wirtschaftsverständnis.

Ob uns das mehr Wohlstand beschert ist stark zu bezweifeln. Aber ich lasse mich gerne überraschen.

(°)(°)
00
12.10.2010, 11:38
Wenns nicht an der 4% Hürde scheitern!

Wird super mit Strache als Kanzler.

Auf der anderen Seite, wen es nicht stört in einer Art SA Uniform herumzulaufen, mehr Geld versickern lassen als Rot/Schwarz kann Blau auch nicht...

deja vu
01
12.10.2010, 10:14
Ganz einfach:

Entlastung seiner Freunderln wie Bauern, Bankern, Aktienzocker, große Konzerne und dafür bei der Maße abkassieren.

Wie wäre es bei AMS Arbeitslosen eine Steuer einzuheben. Dann würden's schneller eine Arbeit finden. Könnte fast von Fr. Marek oder Hrn. Pröll kommen ...

sysiphos
 
00
12.10.2010, 13:24
das haben wir schon.

wenn sie in einem jahr ams-geld beziehen und erwerbstätig sind, dann wird ihnen bei der steuererklärung der ams-bezug als einkommen hinzugerechnet und de facto der einkommenssteuer unterworfen. seit 2009. vorher nur für steuerbemessung relevant, aber nicht versteuerbar, seither wird's auch versteuert. probieren sie's ruhig aus.

feldmarschall laudon
 
02
12.10.2010, 10:46
Schlagworte posten aber null Ahnung haben !

Der durchschnittliche Überschuß eines Landwirtes sind rund 19.000€, wobei davon rund 17.500€ Förderungen und Zuschüsse sind. Ohne diese Förderungen würden laut Schätzungen ca. die Hälfte der Betrieb schließen, was den Wegfall von etwa 100000 Arbeitsplätzen bedeuten würde. In weiterer Folge würden so wie im Ausland große Agrarunternehmen entstehen, bei denen der Profit im Vordergrund steht und nicht die Qulität des Produktes. Landwirtschaftliche Flächen die nicht rentabel sind werden still gelegt, wer pflegt dann diese Flächen (z.B. Almen). Feinkostladen Österreich ade, auch der Druck auf die gentechnikfrei LW wird durch diese großen Betriebe wachsen.
Alle Bauern wegen ein paar großer Fördererhalter schlecht zu machen ist schlicht dumm.

rnix
10
12.10.2010, 14:21
bauernbund blabla...

...was sie hier absondern, schauens mal ein wenig übers propagandablattl raus.

feldmarschall laudon
 
01
13.10.2010, 09:48
bitte nicht blabla... schreiben sondern Daten und Fakten wir sind nicht im Kindergarten

mikromalist
 
10
12.10.2010, 09:44
Das längst fällige Einstellen aller

Subventionen brächte das Vielfache.
Aber das möchten unsre Ritter des traurigen Almosenstaates nicht. Sie haben ja sonst NICHTS für UNS.

sysiphos
 
00
12.10.2010, 13:28
aber ist das sinnvoll?

so generalisieren kann man das schwerlich. viele subventionen und förderungen sind wichtige und sinnvolle anreize z.b. für forschung, unternehemnsgründung und auch ökologie. da hängt einiges dran, das dadurch erst ermöglicht wird, arbeitsplätze, BIP, etc., d.h. das ist, wenn richtig gemacht, indirekt profitabel für die volkswirtschaft. das wird ja nicht aus jux und tollerei ausgegeben. ok, manche subventionen kann man wohl überdenken, aber mit dem vorschlaghammer können sie hier nicht kommen, das klingt sehr nach neidiger ahnungslosigkeit.

mikromalist
 
01
12.10.2010, 15:00
Wenn mensch tiefer hinein sieht

sind Subventionen auch Fallen. Ausnahmen in Forschung und radikaler Innivation.

Roter Baron
06
12.10.2010, 09:37
ich will gefeiert werden, jedesmal,

wenn ich bei einer bank vorbei gehe
muss entweder ein aktionär oder ein topmanager
herausgrennt kommen
und mir die füße küssen.

ist ja wohl das mindeste.

roter baron

(°)(°)
00
12.10.2010, 11:40
Pffft!

Bei dem was ich hier Steuern zahle müsste ich dann jedes Mal einen geblasen kriegen, wenn ihnen schon die Füsse geküsst werden...

das brett vorm kopf
00
12.10.2010, 10:03
glauben sie ...

... tatsächlich, daß der anteil an fußfetischisten bei bankangestellten oder aktionären (!?) besonders hoch ist oder verströmen ihre füße ein gar betörendes aroma nach reifem camembert?

wolfgang tschüsserl
00
12.10.2010, 09:36
hab eine wette anzubieten:

jetzt spricht der werte herr fm von 8 milliarden steuergeldern. die aufregung ist groß. danach kommen die roten ins spiel: "mit uns nicht, wir schützen unsere steuerzahler" hahaha. dann werden aus 8 milliarden schlussendlich 4 und der gemeine, dumme österreicher freut sich. dumm ist er, weil er z.b. bei der bankenkrise bereits in vorlage getreten ist und in den nächsten 3 jahren zahlt er das 2. mal dafür. banken sind aber nur ein thema von vielen.

re-play
05
12.10.2010, 09:33

Ob Strache für die Wahlhelfer Faymann und Pröll viel zahlen muss? Oder machen die das gratis?

mulligan1
02
12.10.2010, 09:31
man muss es nur erwarten können

http://mein.salzburg.com/blog/wiza... konne.html

monoton
01
12.10.2010, 09:56

super der triffts wirklich!

munze
08
12.10.2010, 09:24

Der Bundesrat, Die Bundesländer, die 27 Krankenkassen, die 3 Wetterdienste, das Bundesheer, der ORF, ÖBB, die vielen Versorgungsposten usw usw bleiben uns, also, erhalten? Danke, Josef! Wo hat sich nur mein Kotzbeutel versteckt?

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 433
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.