"Auch 50 Euro im Monat zahlen sich aus"

18. Oktober 2010, 16:38
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    foto: apa/georg hochmuth

    Im Rahmen eines EU-Stipendiums kann man sich nun nicht mehr nur einzelne Semester, sondern das gesamte Studium in einem anderen Land finanzieren lassen.

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    "Studierende, die Anspruch auf Unterstützung hätten, aber aus diversen Gründen darum umfallen, erhalten einen Ausgleich durch die Studienunterstützung des Wissenschaftsministeriums." (Rechberger)

Bis zum 15. Dezember können Studierende für das Wintersemester 2010/2011 um Studienbeihlife ansuchen

Trotz zahlreicher Online-Broschüren, -Stipendienrechner und -Anmeldungsmöglichkeiten kann der Weg zur finanziellen Unterstützung während des Studiums ein steiniger sein. Studienbeihilfe, Selbsterhalterstipendium, Leistungsstipendium oder Studienunterstützung? Die Begrifflichkeit sorgt oft bereits im Vorfeld für Verwirrung.

Studienbeihilfe oder Stipendium?

Während manche Institutionen ausschließlich über Stipendien informieren, dreht sich bei anderen alles um die Studienbeihilfe. Was ist nun der Unterschied? "Hier herrscht eine begriffliche Verwirrung", erklärt Christian Rechberger, Referent im Referat für Sozialpolitik der Österreichischen HochschülerInnenschaft. "Bei der Studienbeihilfe handelt es sich meist um eine regelmäßige Unterstützung vom Staat, auf die Rechtsanspruch besteht. Auf ein Stipendium besteht dagegen kein Rechtsanspruch. Oft handelt es sich um eine einmalige Förderung durch private Institutionen, Stiftungen, oder die Universität."

"Das Schlimmste, was passieren kann, ist ein negativer Bescheid"

Was sich in den letzten Jahren in der finanziellen Unterstützung für StudentInnen verändert habe? "Nicht viel. Ein Trend ist die längerfristige Verlagerung vom Förder- zum Leistungsstipendium", beobachtet Rechberger. Eine Verbesserung gibt es für Auslandsstudien: Im Rahmen eines EU-Stipendiums kann man sich nun nicht mehr nur einzelne Semester, sondern das gesamte Studium in einem anderen Land finanzieren lassen. Seit der Ära Johannes Hahn werden heute auch Beträge unter 50 Euro ausgezahlt. Rechberger appelliert an alle StudentInnen, "auf jeden Fall um Studienbeihilfe anzusuchen. Das Schlimmste, was passieren kann, ist ein negativer Bescheid." Der Weg zur Studienbeihilfenstelle bleibt niemandem erspart, "aber auch wenn nur 50 Euro im Monat dabei raus schauen, zahlt sich das aus."

Enge Zusammenarbeit

Rechberger empfiehlt, sich zur Beratung entweder das Sozialreferat der ÖH oder an die Studienbeihilfenstelle zu wenden: "Die Basisberatung ist die gleiche, aber sobald es um Schwierigkeiten geht, steht die ÖH voll hinter den Studierenden. Da scheuen wir weder Kosten noch Mühen, bis hin zum Höchstgericht, um Präzedenzfälle durchzusetzen." Dennoch ist das Einvernehmen zwischen ÖH und Beihilfenstelle ein gutes. Man setzt auf enge Zusammenarbeit, "da es ja auch darum geht, rechtliche Grauzonen und Lücken zu erkennen und auszuräumen", betont Rechberger.

Förderungen für ausländische Studierende

Die Österreichische HochschülerInnenschaft bietet Studierenden aus anderen Ländern persönliche Beratung und Broschüren in verschiedenen Sprachen. Für Studierende aus Drittstatten, die keine staatliche Studienbeihilfe beziehen können, gibt es in Österreich nur wenige Möglichkeiten für finanzielle Unterstützung. Um Stipendien kann beim Österreichischen Austauschdienst (ÖAD)angesucht werden. Für Studierende aus afrikanischen und asiatischen Ländern werden am Afro- Asiatischen Institut Stipendien vergeben. Für anerkannte Flüchtlinge bietet das Bildungsministerium Stipendien aus den Mitteln des Integrationsfonds.

Außerordentliche Unterstützung

Neben Beihilfenstelle und ÖH steht das Wissenschaftsministerium Studierenden in Einzelfällen unterstützend zur Seite. "StudentInnen, die einen Anspruch auf Unterstützung hätten, aber aus diversen Gründen darum umfallen, erhalten durch die Studienunterstützung einen Ausgleich", weiß Rechberger. Für Studierende, die Mitglied der Österreichischen HochschülerInnenschaft sind und sich in einer besonderen sozialen und finanziellen Notlage befinden, besteht die Möglichkeit, eine einmalige außerordentliche finanzielle Unterstützung bis zu tausend Euro im Jahr aus dem Sozialfonds der ÖH zu erhalten. (tin, derStandard.at, 18. Oktober 2010)

Adressen:

Studienbeihilfenbehörde

ÖH Sozialreferat - Stipendien-Service

Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung

OeAD - Österreichischer Austauschdienst

grants.at - Österreichische Datenbank für private Stipendien und Forschungsförderung

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 51
1 2
carbonara
01
22.10.2010, 19:13
Warum gibt´s für Studenten keine Mindestsicherung...

Glycerine_x
00
13.11.2010, 21:41

Ich wäre schon mit einer Unfall u. Krankenversicherung, die nicht an der Familienbeihilfe hängt, sehr sehr zufrieden. Versuche mich jetzt schon seit 2 Monaten selbst zu versichern, leidern schei** mir die WrGKK und das Finanzamt was, tja wird spannend werden, so ganz ohne Versicherung.
Und JA, ich arbeite auch nebenher, sogar 20h pro Woche, nur leider steht mein Chef nicht so auf Anmelden und Verträge, und leider ist es ansonsten ein super Job...:(

worldiscubik
00
6.12.2010, 20:59
is man das nicht bei der ÖH?

affdsewrq
02
22.10.2010, 15:42
Einrechnung des Elterneinkommens unfair

Selbstständige könnens sich damit richten, und alle anderen auch wenn Studenten beihilfswürdig wären, fallen unter den Tisch.

stefan esema
00
14.11.2010, 23:24

Nachdem das Stipendienwesen als subsidiäres System angelegt ist, ist naheliegend, das Gehalt der primär Unterhaltspflichtigen der Berechnung zu Grunde zu legen. Wenn Eltern die von Ihnen zu tragenden Kosten nicht übernehmen, sollten sie geklagt werden. Wer dies aus "Familienraison" nicht will oder nicht wagt, sollte auch nicht unbedingt die Möglichkeit haben, beim Staat vorstellig zu werden.

Angelika70
00
20.10.2010, 16:57
Augenauswischerei

Selbst wenn die Eltern so wenig verdienen, dass die soziale Förderwürdigkeit gegeben wäre, rate ich jedem Studenten von der Studienbeihilfe ab.

Es ist nicht möglich, den geforderten Studienerfolg vorzuweisen, wenn man in Auktionen um Teilnahmeplätze bei völlig überfüllten Lehrveranstaltungen kämpfen muss und gleichzeitig das Lehrangebot sinkt.
Schafft er den Studienerfolg nicht, muss die Beihilfe zurückgezahlt werden!

Ein nitupsaR
 
02
21.10.2010, 07:36

Schmarrn, völliger.

Ich kenne keinen einzigen Fall, in dem die Studienbeihilfe zurückgezahlt hätte werden müssen. Das kann ausschließlich in den ersten beiden Semestern passieren (danach nie wieder), und nur dann, wenn man keinen Mindeststudienerfolg nachweisen kann. Kenne dessen momentane Kriterien nicht, aber die sind so niedrig, daß es fast unmöglich ist, sie nicht zu erfüllen. Ich rate daher _jedem_ Studenten, zur Studienbeihilfenbehörde zu pilgern und seinen Antrag zu stellen; wie's schon im Artikel steht: Schlimmstenfalls wird man abgelehnt.

Wirklich ärgerlich sind, wie einige Poster schon anmerkten, gewisse Ungerechtigkeiten: Die Kinder von Selbständigen & Bauern können sichs richten, Kinder aus Durchschnittsfamilien nicht.

Angelika70
00
21.10.2010, 16:12

Sie kennen keinen Fall? Naja, dann muss ihre Aussage ja stimmen.

Ich hingegen kenne 7 Fälle.

Was machen wir jetzt?

Ein nitupsaR
 
01
22.10.2010, 08:58

...nochmals in uns gehen und nachdenken, obs wirklich sieben Fälle sind. Oder vielleicht doch sieben schlaflose Nächte.

metalwoman
08
19.10.2010, 19:00

Es ist wie überall im Staate Österreich:
Der Mittelstand schaut durch die Finger.
vom Stip leben können nur die mit äußerst einkommensschwachen Eltern oder Selbsterhalter.
Und selbst dann hat man nur 1 Toleranzsemester pro Abschnitt. In dieser Zeit ein Technikstudium (MU) zu schaffen ist auch für zielstrebige und normal begabte Leute nicht mehr als ein frommer Wunsch.

DarktowerX
00
10.11.2010, 15:29

also meine Eltern sind klassischer Mittelstand, und bei mir hat (vor 13 Jahren) eine doch ordentliche Beihilfe herausgeschaut! Kann mir nicht vorstellen, dass die Sätze und Verdienstgrenzen heute so schlecht wären...natürlich hat man damals in der wirklich guten alten Studienzeit auch noch günstiger gelebt, und die Studentenheime waren um einiges billiger (und natürlich der Schilling).

Queen of Sheba
 
00
19.10.2010, 16:56
Weiß der gute Herr Rechberger schon, dass die Staatliche STUDIENBEIHILFE mit 1.1.2011 um den Erhöhungsbeitrag der Famlienbeihilfe GESENKT WIRD ?

http://www.stipendienrechner.at/stipr.htm

kalinka karechta
140
19.10.2010, 11:14
50 Euro ist lächerlich

Da geht sich für einen Studenten nicht einmal ein einziges abendliches Saufgelage in der Kneipe aus. Und wer bezahlt die anderen 29 im Monat?

metalwoman
01
19.10.2010, 19:04

Tuns mir da ned alle Studenten über einen Kamm scheren und verunglimpfen...

Ich finde, 50 Euro sind wenig, aber immerhin eine Hilfe. Davon kann ich mir für eine Woche Essen kaufen.

BlueWolf
02
18.10.2010, 22:46
Auch Berufungen gegen negative Bescheide zahlen sich aus

Die Sachbearbeiter der Stipendienstelle sind oftmals vorschnell mit negativen Auskünften und Bescheiden.

student mit feuerzeug
030
18.10.2010, 19:47
wer eltern hat die arbeiten gehn

kann sich die beihilfe quasi schon in die haare schmieren.

meine mutter is büroangestellte und mein vater schulwart.

laut stipendienstelle bin ich daher zu reich für die beihilfe!

Glycerine_x
00
13.11.2010, 21:37

Willkommen im Club der "reichen" Kiddies! Mein Vater ist Polier und meine Mutter Verkäuferin, bin auch zu wohlhabend für Studienbeihilfe!

erwin dollensky
06
20.10.2010, 09:58
zu reich für studienbeihilfe

Ich bin Familienvater von 3 Kindern. Der Älteste studiert, die beiden Jüngeren besuchen Höhere Schulen. Studienbeihilfe gibts keine, weil zu "hohes" Einkommen. Wenn man unser Familieneinkommen durch 5 Fam.mitglieder dividiert, bleibt aber ein erschreckend kleiner Betrag (unter der Mindestsicherung).
Für Studienbeihilfe zu reich, für eine ausreichende Versorgung der Kinder zu wenig.

Sambapati
00
20.10.2010, 11:18

durch 5 dividieren finde ich deshalb verzerrend, weil wohl die wohnkosten allen dienen, und das ist der löwenanteil am unterhalt

tock tock tock
00
29.10.2010, 19:30

Aso? Die Wohnung für Studenten am Studienort zahlt sich also von selbst, oder was?

byron sully
07
19.10.2010, 11:18

das ist eben der hauptgrund dafür, daß ich so ein beihilfensystem, wie wir es haben, als unzureichend und unfair ansehe. solange das elterneinkommen miteinberechnet wird, kann so ein system niemals alle erreichen, die das geld bräuchten.

/me
21
19.10.2010, 10:11

Vorher ein paar Jahre arbeiten gehen, dann bekommt man trotz reicher Eltern das maximal mögliche (Selbsterhalter-)Stipendium ;)

Amokk
20
27.10.2010, 08:54

Sagt einer, der um 10 Uhr vormittags Zeit fürs Standardforum hat

/me
02
27.10.2010, 09:07

Kleiner Tipp: Wenns brav in der Schule was lernen, können sie sich vielleicht auch einmal was anderes als den Standard 9-to-5 Job leisten.

Amokk
00
27.10.2010, 09:11

Ich lern so brav, dass ich mich in dem Seminar über Strukturgleichungsmodelle, in dem ich gerade sitze, total unterfordert fühle und auf Ihren Schmarrn antworten kann. Ich frage mich, wie man so dermaßen eingefahren sein kann, wenn man selber ein Doppelstudium gemacht hat. (btw müssen 9-to-5 jobs nichts schlechtes sein)

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