Er ist zurück

10. Oktober 2010, 19:08
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Konzert am Wörthersee: Er, The Hoff, David Hasselhoff, ist zurück, und jetzt gehört er uns

Er ist vielleicht am anderen Ende der Welt (Baltimore) geboren, in Wahrheit hat er aber schon immer zu uns gehört. Er hat Alkohol und Drogen missbraucht, aber bereits im "Musikantenstadl" Besserung gelobt. Er ist strategisch vorgegangen und hat sich in jungen Jahren als Bändiger eines Autos mit Hirn ins kollektive Gedächtnis der Welt - ja, nichts weniger - gebrannt. Jetzt kommt er zurück und hält furchtbare Ernte. Beim Konzert am Wörthersee. Im Fernsehen. Und im Februar 2011 auf seiner Tournee von Wien über München und Berlin bis Innsbruck. Sein Auto, das intelligent war, braucht er jetzt nicht mehr.

Nachdem er in den letzten Monaten schon in diverse Society- und Schlagersendungen einsickerte, ist er als Symbol globalisierter Bildungsferne endlich in seiner neuen Geistesheimat angekommen: im ORF, Österreichs öffentlich-rechtlichem Fernsehen. Mit dem ganzen Konzert. Am Samstagabend. Und er hat seine Töchter mitgebracht, damit sie trällernd weitertragen, was er begann.

Er wird verstanden, denn sein Humptata stellt sich nicht überheblich über hiesiges Humptata. Sein Englisch ist keine Fremdsprache, sondern bedeutungslos wie deutsche Schlagerworte. Er ist wie Engelbert Humperdinck (nicht der Komponist), nur kaltblütiger, noch inhaltsleerer. Österreich bescherte ihm Platin für seine ersten 80er-Jahre-Alben "Night Rocker", "Lovin' Feeling" und "Looking for Freedom"; Erfolge, die ihn ewig binden sollten. Nach langer Irrfahrt durch Baywatch, nach Skandalen, Auftritten im Theater und in Videospielen, nach Teilhabe in Talent- und Tanzshows folgte er nun dem Ruf des alten Bundes. Er, The Hoff, David Hasselhoff, ist zurück, und jetzt gehört er uns. (Alois Pumhösel/DER STANDARD; Printausgabe, 11.10.2010)

  • "The Hoff is back".
    foto: orf

    "The Hoff is back".

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