Faymann weit voran und Strache vor Häupl - in "ZiB"

10. Oktober 2010, 19:01
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ORF-Nachrichten im Wahl- und Wahlkampfmonat September: Der Kanzler redete um 19.30 Uhr doppelt so lange wie die frisch wiedergewählte Chefin der Grünen - Schwarz sehen die TV-Beobachter Mediawatch ab Platz 3 - Mit Grafik

Wien - Es war Karl Amons letzter Monat als TV-Chefredakteur des ORF, bevor er auch auf Drängen der SPÖ Radiodirektor wurde. Ein Monat des Wahlkampfs in zwei SPÖ-regierten Bundesländern. Ein eher rötlicher September in den Statistiken von Mediawatch.

Die Innsbrucker Forschungsgruppe beobachtet laufend, wer wie lange und zu welchem Thema in den ORF-Nachrichten vorkommt. Vor allem in den ORF-Nachrichten mit Millionenpublikum, der ZiB 1 um 19.30 Uhr.

Nach Parteien gegliedert, sieht die September-Torte recht großkoalitionär aufgeteilt aus: 39,5 Prozent der Redezeit in der ZiB 1 für die SPÖ, 32,4 Prozent für die ÖVP.

Nach Personen freilich ragt einer weit heraus: 210 Sekunden für Kanzler Werner Faymann. Zu den Landtagswahlen in Wien mit scharfen Worten gegen FPÖ und Fremdenfeindlichkeit, notierten die Fernsehbeobachter. Zu den Landtagswahlen in der Steiermark mit Lob für Franz Voves. Zu Themen wie verbesserten Wachstumsprognosen und der Forderung nach Vermögenssteuer.

Platz zwei für Glawischnig

Platz zwei in den wichtigsten ORF-Nachrichten ging diesmal an Eva Glawischnig, zu Themen wie ihrer Wiederwahl zur Grünen-Chefin, dem Absprung von Stefan Schennach Richtung Rot und zur Klubklausur.

Die ÖVP legt medial zusammen: Außenminister Michael Spindel-egger erredete sich mit Uno-Vollversammlung und Türkei-Beitrittsdebatte Platz drei, vor Vizekanzler Josef Pröll. Und vor Heinz-Christian Strache (FPÖ) und Bürgermeister und SP-Spitzenkandidat Michael Häupl.

Faymann und Spindelegger führen auch die Rangliste der gesprächigsten Regierungsmitglieder in den drei wichtigsten ORF-Nachrichten an.

In der ZiB 2 liegt die ÖVP klar vorn, ebenso zur Geisterstunde in der ZiB 24 in ORF 1.

Morgen, Dienstag, stimmen die Redakteure des Aktuellen Dienstes über ihren künftigen Chefredakteur ab. Fritz Dittlbacher, derzeit Innenpolitikchef, soll Karl Amons Job übernehmen. Kenner der Stimmung rechnen mit einer Mehrheit für Dittlbacher auch unter den Redakteuren.

Bevor Dittlbacher 1992 zum ORF kam, arbeitete er für die AZ. Als die SPÖ ihre Parteizeitung 1989 verkaufte, wurde er dort Innenpolitikchef. (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 11.10.2010)

  • Fritz Dittlbacher soll TV-Chefredakteur werden.
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    Fritz Dittlbacher soll TV-Chefredakteur werden.

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