Einstimmiges Vertrauensvotum für Bürgermeister Heissenberger - Rücktritt wird nicht "ad hoc passieren"
Eisenstadt - In einer Fraktionssitzung haben am Freitag die
VP-Gemeinderäte in Unterrabnitz-Schwendgraben (Bezirk Oberpullendorf) ihrem
Bürgermeister Wilhelm Heissenberger (VP), der am Mittwochabend Wahlbetrug
gestand, einstimmig ihr Vertrauen ausgesprochen. Das teilte Heissenberger am
Samstag mit. Bezüglich des Zeitpunkts seines angekündigten Rücktritts
wollte er weiterhin keine genaueren Details verraten. Nur so viel: "Es wird
nicht ad hoc passieren", so der Ortschef.
Die nächsten Schritte "werden ordentlich gemacht", sagte Heissenberger. In den nächsten Tagen soll es weitere Gespräche mit
Landeshauptmannstellvertreter Franz Steindl (VP) geben, "übers Wochenende wird
nichts geschehen", versicherte er.
"Kein Zeitgedränge"
"Mit der Bundespartei wird es keine Gespräche geben, da ist die Order eh ganz
klar", so der Ortschef. Dennoch werde es "kein Zeitgedränge" geben, sagte er. Er
habe immer noch Verantwortung als Bürgermeister der mittelburgenländischen
Gemeinde und schließe daher weiterhin aus, sein Amt derweilen ruhend zu stellen.
Aus der Bevölkerung habe er größtenteils positive Reaktionen bekommen,
erzählte Heissenberger zwei Tage nach Bekanntwerden seines Geständnisses über
seinen Wahlbetrug. "Die Menschen sind froh, dass das bekannt wurde und ich
Stellung bezogen wurde", so der Ortschef. Eine, wie zuvor geplante
Bürgerversammlung werde es aller Voraussicht nach nicht geben, sagte der
ehemalige Landtagsabgeordnete.
Donnerstagnachmittag war bekannt geworden, dass der VP-Bürgermeister der
Gemeinde Unterrabnitz-Schwendgraben am Mittwochabend ein Geständnis bei der
Korruptionsstaatsanwaltschaft (KStA) abgelegt hatte. Heissenberger habe
gestanden, dass bei 13 Wahlkarten entweder der entsprechende Antrag auf
Ausstellung, aber auch die Wahlkarte selbst teilweise mit Unterschriftsfälschung
manipuliert wurde, hieß es vom Pressesprecher der KStA, Friedrich Koenig. (APA)